Dies ergab eine RUNDSCHAU-Umfrage in den Regionalstellen der Sächsischen Bildungsagentur. 50 Prozent der Kinder, die im Sommer ihre Grundschule verlassen, erhielt demnach die Empfehlung für die Mittelschule. Andere Schüler gehen an eine Förderschule, ziehen weg oder sind noch offene Fälle.
Spitzenreiter der diesjährigen Statistik ist der Raum Dresden, wo rund 53,2 Prozent der 6100 Grundschüler aufs Gymnasium wechseln können und 44,1 Prozent eine Empfehlung für die Mittelschule erhielten. In Leipzig können von rund 6300 Grundschülern 49,6 Prozent ein Gymnasium besuchen - geringfügig mehr als die 48,5 Prozent vor einem Jahr.
Niedriger als in den beiden Großstädten fallen die Werte in den ländlichen Regionen aus. Von rund 4420 Kindern im Bereich der Bildungsagentur Bautzen erhielten 45 Prozent eine Empfehlung für das Gymnasium, 2006 waren es noch 48,15 Prozent. 51,54 Prozent erhielten die Richtungsweisung für die Mittelschule. Zwickau bildet das Schlusslicht mit 43,3 Prozent der Empfehlungen für das Gymnasium und 53,6 Prozent für die Mittelschule.
Bis Freitag müssen die Eltern ihre Kinder an einem Gymnasium oder einer Mittelschule anmelden. Kultusminister Steffen Flath (CDU) begrüßt den Trend zum Gymnasium. "Wer sein Kind aber nicht dem höheren Lerndruck aussetzen wolle, sollte die Mittelschule wählen", rät Flath. Nach der 10. Klasse könnten Mittelschüler auch am Beruflichen Gymnasium die Hochschulreife erwerben.
Linkspartei-Politiker André Hahn warnte indes vor einem weiteren Ausdünnen des Schulnetzes. Dies könne nur verhindert werden, wenn Mittelschulen "endlich auch einzügig geführt werden dürfen”, fordert Hahn.