Immer wieder wählen sie Zuschauer in Umfragen zu den beliebtesten Sprechern von Deutschlands ältester TV-Nachrichtensendung. Dabei ist die einstige Chefsprecherin, die am morgigen Freitag 70 Jahre alt wird, seit 13 Jahren nicht mehr Stammgast in deutschen Wohnzimmern.

23 Jahre lang war sie - die erste Frau bei der "Tagesschau" - es ohnehin gewohnt, als Sprecherin hinter jeder Nachricht zurückzustehen. Perfekt frisiert, geschminkt und gekleidet und mit höchster Disziplin gelang ihr das fast immer. Als Berghoff am Silvesterabend 1999 ihre letzte Ausgabe mit einem "Tja, meine Damen und Herren, das war's für mich - fürs Erste . . . Und damit Tschüss von diesem Platz" beendete, titelte etwa die "Welt": "Die Disziplin nimmt ihren Abschied".

Die Momente, in denen Berghoff selbst mal vor laufender Kamera für Schlagzeilen sorgte, gehören zu den bekanntesten Anekdoten in der "Tagesschau"-Geschichte. Etwa die Proteste, die sie auslöste, als sie eines Tages mit Lockenfrisur auf dem Bildschirm erschien. "Mir schrieben die Leute zum Beispiel: Mein Hirtenhund liegt vorm Fernseher und bellt Sie an", erzählte sie. Auch ihr Lachkrampf beim "WTC-Turnier"-Versprecher - zuvor hatte sie noch mit der Redaktion über "WC-Turnier" gewitzelt - ist legendär .

Eigentlich wollte sie Schauspielerin werden - doch am 16. Juni 1976 begrüßte sie erstmals die Zuschauer des ARD-Flaggschiffs. Ein "wunderbares Leben" habe sie gehabt, sagte Berghoff mal. Ein großer Einschnitt sei jedoch der Tod ihres Mannes Pit im Jahr 2001 gewesen.

Berghoff, die ihren 70. wieder mit einer Rummicub-Partie feiern will, fühlt sich wie 45, sagte sie der "Bild am Sonntag". Falten seien brutal. Sie selbst habe ihrem Aussehen nachgeholfen: "Vor 27 Jahren ließ ich die Augenlider korrigieren. Aber das ist schiefgelaufen. Seitdem habe ich diese unnatürlichen Querfalten unter den Augen."