Als er nicht in die Wohnung zurückkehrt, geht Ehefrau Ulrike auf die Suche. Sie findet ihren Mann blutüberströmt leblos auf. Der Wagen ist verschwunden. Den Opel entdeckt die Polizei am nächsten Morgen mit Blechschäden, die von einem Unfall stammen, nahe der sächsischen Landesgrenze. Die Obduktion beweist wenig später: Steffen Meyer ist schwersten Kopfverletzungen und Stichwunden erlegen. Das Tötungsverbrechen wird als Mordfall betrachtet.

Bis Anfang Februar 2010 wertet die Polizei etwa 1000 Hinweise aus und vernimmt 130 Anwohner. Mitte März nimmt die Staatsanwaltschaft zwei Personen fest. Die Ermittlungen gegen die beiden Hauptverdächtigen, eine Frau (damals 22) und ein Mann (29/beide aus Lauchhammer) werden von der Staatsanwaltschaft Cottbus im Juli eingestellt.

Auch gegen einen Kollegen des Getöteten wird ermittelt. Der Revierpolizist der Wache Lauchhammer soll der 22-jährigen Verdächtigen persönlich nahe stehen und ihr Polizeiwissen verraten haben. Dass der Polizist seine besondere Geheimhaltungspflicht verletzt hat, können die Ermittler nicht nachweisen. Das Verfahren wird eingestellt.

Ein Blitzer-Foto, das kurz nach dem Mord in einer Tempo-30-Zone in Diesbar-Seußlitz nahe Meißen (Riesa - Großenhain) entstanden ist, zeigt den möglichen Täter am Steuer des gestohlenen Opel Vectra von Steffen Meyer. Etwa acht Autominuten von dem Blitzgerät entfernt, war der Mann zuvor zwischen Riesa und Meißen rechts von der Fahrbahn abgekommen. Den Ermittlungen der Polizei zufolge hatte der Fahrer das lädierte Gefährt zurück auf die Straße geschoben und war mit eingedrückter Tür und ohne hintere Stoßstange weitergefahren.

Nach dem auslösten Blitzer stellt der Mann den gestohlenen Wagen nahe der Ortschaft Blochwitz (Riesa - Großenhain) unweit von Ortrand (Oberspreewald - Lausitz) ab. Der mutmaßliche Mörder ist also vom Tatort nach Sachsen geflüchtet und dann wieder umgekehrt.

In Gröditz bei Riesa (Landkreis Meißen) werden zwei Tatverdächtige ermittelt. Einer der Männer hat starke Ähnlichkeit mit der Person, die in der Mordnacht mit dem gestohlenen Auto von Steffen Meyer in die Blitzerfalle gefahren war. Zudem hatten Suchhunde, die Hautpartikel und Schweiß- und Blutspuren noch Monate nach der Tat aufnehmen können, auch DNA-Mischspuren eines der Verdächtigen gefunden. Aber für einen hinreichenden Tatverdacht und damit einen Haftbefehl, so das Amtsgericht Cottbus, reichen die vorgelegten Beweise nicht aus. Es sei kein Motiv erkennbar. Ein Gutachten besagt nun auch, die Wahrscheinlichkeit, dass der geblitzte Fahrer und der Tatverdächtige als Person identisch sind, sei gering.

Die Mordakte Steffen Meyer hat sechs Jahre nach der Gewalttat nunmehr etwa 20 000 Seiten in mehr als 100 Bänden. Für eine Anklage haben die Ermittlungsergebnisse bisher nicht gereicht. Geschlossen wird die Akte nicht, hat Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg indes versichert. Derzeit beschäftigt sich ein Staatsanwalt wieder ausschließlich mit diesem Verbrechen.