Selbst als in Deutschland peu a peu das Rauchverbot eingeführt wurde und das Qualmen etwa in Restaurants mit Bußgeld belegt werden konnte, blieb der Altkanzler seiner geliebten Mentholzigarette treu.

Schlagzeilen machte Schmidt im Januar 2008, als er und seine Ehefrau Loki (gestorben 2010) seelenruhig in einem Hamburger Theater vor sich hin pafften. Es hagelte Anzeigen gegen das Ehepaar Schmidt (wegen Körperverletzung) und gegen den Theaterleiter (wegen Verstoßes gegen das Nichtrauchergesetz). Einer Nichtraucherinitiative aus Wiesbaden war der Kragen geplatzt, sie hatte Strafanzeige gestellt. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen die leidenschaftlichen Raucher jedoch ein. In Hamburg galt damals für das Nichtraucherschutzgesetz eine Übergangsfrist.

Als im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass der Mentholzigarette ab 2020 das Aus drohen könnte, soll Schmidt sich vorsorglich einen Vorrat an den aromatisierten Zigaretten angelegt haben. Aber im September 2015 war Schluss mit dem Laster - nach fast 80 Jahren. Der 96-jährige Altkanzler musste wegen eines Gefäßverschlusses im rechten Bein - einem sogenannten Raucherbein - operiert werden. Er bekam ein Nikotinpflaster und hörte tatsächlich auf . . .