Herr Bischof, welche Schwerpunkte wollen Sie im neuen Amt setzen?
Das Wichtigste ist, dass wir das Reformationsjubiläum gut vorbereiten. Ich habe große Lust daran, auf das Jahr 2017 zuzugehen. Wir wollen, dass das ein großes Fest für Deutschland und die ganze Welt wird. Denn dieses Jubiläum ist ja ein Weltereignis. Und daraus müssen wir was machen.

Ein aktuelles Thema, mit dem Sie sich beschäftigen, ist die Debatte zum assistierten Suizid. . .
Ich möchte, dass die Menschen am Lebensende in Würde sterben dürfen. Dass sie liebevoll begleitet werden und keine Schmerzen haben müssen. Dass das, was an Palliativmedizin heute möglich ist, ihnen auch zugänglich wird. Dass die Menschen nicht das Gefühl haben, sie müssen sich töten lassen. Das will ich ins Zentrum rücken. Organisierte oder kommerzielle Sterbehilfe lehne ich ab. Hier brauchen wir eine klare gesetzliche Regelung. Ich will aber nicht die Ärzte, die verantwortungsvoll mit ihren Patienten umgehen, unter Strafe stellen.

Es gibt in Deutschland einen Traditionsabbruch des Christentums. Was kann die Kirche dagegen machen?
Das macht mir in der Tat große Sorgen. Da müssen wir gegensteuern. Wir sollten mehr Mut haben, die Lust am Glauben, das was man mit dem alten Wort Frömmigkeit bezeichnet, zum Ausdruck zu bringen. Wir müssen alle Möglichkeiten nutzen, um einen guten Religionsunterricht zu erteilen - und zum Beispiel auch in Kindertagesstätten die alten biblischen Geschichten wieder stärker ins Zentrum rücken.

Mit Heinrich Bedford-Strohm

sprach Benjamin Lassiwe