"Die Mopeds und Motorroller aus den früheren Simson-Werken in Suhl sind heute wieder gefragt", behauptet Detlef Pasenau.
Die "alten Dinger", wie er diese Oldtimer liebevoll nennt, würden einfach mehr Fahrspaß bieten, als neue gesamtdeutsche Mopeds. "Da kannst Du schalten und treten und mit bis zu 60, 70 Stundenkilometern losdüsen", beschreibt der Fachmann, für den es nichts Schöneres gibt, als so ein knatterndes, altes DDR-Moped. Der 65-Jährige muss es wissen, hat er doch in den vergangenen Jahrzehnten eine Werkstatt für motorisierte Zweiräder in Frankfurt (Oder) betrieben und sich zudem eine deutschlandweit wohl einmalige Sammlung zugelegt. "Quer durch die Republik bin ich gefahren, um längst vergessene und vergammelte Maschinen aus Ställen und von Schrottplätzen zu retten", erzählt er.
Insgesamt 56 DDR-Oldtimer, wahlweise mit zwei oder drei Rädern, nennt der Kfz-Meister nicht nur sein eigen. Er hat die meist arg ramponierten und verrosteten Mopeds in mühevoller Kleinarbeit wieder aufgebaut und zum Laufen gebracht. "Die sind alle betriebsbereit - ob nun die komplette Typen-Palette aus den Simson-Werken oder die Motorroller-Kollektion der Industriewerke Ludwigsfelde", sagt er stolz. Nun, da sich der engagierte Tüftler zur Ruhe setzt, sollen seine rollenden Antiquitäten nicht länger in Garagen oder Kellern stehen, sondern auch anderen Fans der DDR-Zweiräder Freude bereiten. Morgen eröffnet Pasenau auf seinem Grundstück in Alt Zeschdorf vor den Toren Frankfurts sein ganz besonders Technikmuseum.
Drei hölzerne Pavillons mit großen Schaufenstern bieten Platz für die Oldtimer-Kollektionen um die Ludwigsfelder Roller "Pitty", "Wiesel", "Berlin" und "Troll" aus den 1950-er Jahren, die Vogelserie von Simson und Sondermodelle mit drei Rädern oder imposanten Anhängern. Im ehemaligen Pumpenhaus des alten Zeschdorfer Wasserwerkes - die Wände sind mit teilweise 100 Jahre alten Kfz-Werkzeugen dekoriert - gibt es weitere Kuriositäten wie Fahrräder mit Hilfsmotoren zu bestaunen, aber auch Exemplare der AWO-Motorräder, von denen insgesamt nur 300 000 Stück gefertigt wurden. "Die Produktion schluckte zu viel Material - aus der gleichen Menge ließen sich immerhin gleich drei Simson-Mopeds fertigen", erzählt der gelernte Lokschlosser.
Der ehemalige Frankfurter ist überzeugt, dass seine historische Zweirad-Schau ihr Publikum finden wird. "Überall, wo ich meine Oldtimer bisher gezeigt habe, waren die Leute begeistert." Er wolle aber auch, dass die Leute mit ihm fachsimpeln. Und wer sich so ein robustes DDR-Zweirad aus zweiter Hand erst jetzt zugelegt hat, ist bei Pasenau ebenfalls an der richtigen Adresse. Bereitwillig zeigt er in so genannten "Schrauber"-Lehrgängen, wie man Schlauch oder Kerze wechselt und den Vergaser säubert. Informationen und Kontakt unter Tel: 033602 / 45710