Wolfgang Richter hat für den Eulenspiegel Verlag notiert, was zwischen Ostsee und Vogtland sonst noch bemerkenswert war und ist - 1500 Superlative, Besonderheiten und Kuriositäten auf 224 Seiten.

Mit Ulla Jurewitz fing es an
Noch am meisten bekannt sind DDR-Sportrekorde. Begonnen hat alles mit Ulla Jurewitz aus Halle. Sie stellte am 19. August 1953 in Budapest mit 2:12,6 Minuten über 880 Yards den ersten Weltrekord im Sport für die DDR auf. Weltweit unübertroffen ist immer noch die Sportanglerin Helga Wischer-Trantow mit 32 Weltmeistertiteln, die sie zwischen 1955 und 1965 einheimste. Zu ihrer Bilanz gehören außerdem fünf Silber- und neun Bronzemedaillen bei Weltmeisterschaften. Außerdem errang die Dresdnerin, die heute in Pinnow bei Anklam lebt, fünf Europa- und 82 DDR-Meistertitel, 18 Grand-Prix-Siege sowie 16 Weltrekorde und neun Weltbestleistungen. Einen DDR-Rekord hält Joachim Streich, der für den FC Hansa Rostock und den 1. FC Magdeburg insgesamt 229 Tore in der Fußball-Oberliga schoss.
Auch eher auf die DDR beschränkt blieben die Rekorde der Fernmeldetechniker. Am 16. November 1952 begann in Berlin der Verkauf der ersten Fernsehgeräte. Im Angebot war der im Sachsenwerk Rade-berg nach einem sowjetischen Modell hergestellte "Leningrad T". Dem 1957 gegründeten Warenzeichenverband für Radio- und Fernmeldetechnik (RFT) gehörten anfangs 56 Betriebe an. Die Radiowerke in Leipzig, Berlin, Rochlitz, Dresden und Staßfurt produzierten etwa 1000 verschiedene Radiotypen vom Einkreiser bis zum digitalen HiFi-Receiver.
Als Verkaufsschlager erwies sich der Kleinroller "Schwalbe", der von 1964 bis 1986 im Fahrzeug- und Gerätewerk Simson in Suhl produziert wurde. Zusammen mit den Krafträdern "Spatz", "Star", "Sperber" und "Habicht" brachte er es auf jährlich 200 000 Fahrzeuge. Erfolgreich bei den Fotoapparaten war die "Pouva Start", eine Boxkamera aus Bakelit. Ab 1950 entstanden in Freital bei Dresden rund 2,5 Millionen Exemplare.
"Koche mit Liebe, würze mit Bino!" war einer der bekanntesten Werbesprüche in der DDR. Das Würzmittel Bino wurde im Konsumgüterprogramm des Elektrochemischen Kombinats Bitterfeld hergestellt. Der Name setzte sich aus den Anfangssilben des Produktionsstandortes Bitterfeld Nord zusammen.
Die Kunstsammlung Maxhütte mit etwa 250 Werken der Malerei und Grafik befindet sich seit 1995 im Besitz des Freistaates Thüringen. Die geschlossene Kunstsammlung eines volkseigenen Großbetriebes widerspiegelt die Darstellung der Arbeitswelt in der DDR-Kunst. Von 1945 bis 1989 arbeiteten in der Maxhütte 66 Maler und Grafiker künstlerisch. Wichtig für das Zustandekommen der Sammlung war die Galerie im Kulturpalast der Maxhütte in Unterwellenborn. In 120 Ausstellungen wurden dort zwischen 1972 und 1990 an die 270 Künstler mit 7000 Werken vorgestellt.
Einen musikalischen Rekord erreichte das FDJ-Lied "Bau auf, bau auf, Freie Deutsche Jugend, bau auf!". Es stammt aus der Feder des 1997 verstorbenen Musiklehrers Reinhold Limberg aus Burg bei Magdeburg. Gesungen oder gespielt taucht das Lied in insgesamt 41 Filmen auf und bekam daraufhin nicht nur einen Eintrag in Richters Werk, sondern auch ins Guinness-Buch der Rekorde.

Neue Informationen gesucht
Zeitgleich mit der Neuerscheinung hat der Eulenspiegel Verlag eine eigene Internet-Seite geschaltet. Dort sind nicht nur die Rekorde in einer Datenbank nachzulesen. Auch bislang nicht Erfasstes kann per E-Mail gemeldet werden. Die neuen Nachrichten sollen eine weitere Auflage des Titels ergänzen oder möglicherweise in einem zweiten Band veröffentlich werden.

Wolfgang Richter, Das Rekordbuch, 19,90 Euro, 224 Seiten, Eulenspiegel Verlag Berlin, ISBN 3-359-01461-8. (www.ostrekorde.de)