Wenn am kommenden Wochenende wieder Scharen von Cowgirls und Cowboys in amerikanischer Tracht - Stiefel, Jeans und Stetson - durch die Straßen Berlins ziehen, dann ist das Internationale Country Music Meeting angesagt. Von Freitag bis Sonntag treten über 80 Bands und Solisten aus aller Welt auf. "Das Wacken der Country Music", sagt Organisator Frank Lange nicht ohne Stolz über die Veranstaltung, die in den vergangenen Jahren immer mehr Fans angezogen hat. Wie Wacken, aber nicht so matschig, dafür aber wohl die größte Indoor-Veranstaltung ihrer Art in Deutschland.

"Wir sind neugierig auf die Reaktion von Veranstaltern und Gästen", sagt "Little Pete" Gruber, Sänger der österreichischen Band Nashville aus dem Salzkammergut, zum Erstauftritt in Berlin. Österreich und Country Music, Banjo statt Zither? Wie passt das zusammen? Es gebe in Österreich eine "kleine, aber feine Szene", die von der Größenordnung aber sicherlich nicht mit Deutschland vergleichbar sei. Die Erstlings-CD "Rodeo Man" mit lebensnahen "austro-amerikanischen" Texten der Songs, mit einer Ausnahme alles Eigenkompositionen, lässt das große Potenzial erkennen.

Von der anderen Seite der Alpen bringt der Schweizer Tobey Lucas die Country-Welt in Schwingung. "You'll be waiting there" ist eine der Eigenkompositionen des bekennenden Star Wars-Fans. Nach seinem erfolgreichen Album "83" - nach seinem Geburtsjahr - aus dem Vorjahr arbeitet er gerade an seiner nächsten CD. Bis zum Meeting wird das Album aber "leider nicht" fertig.

Mindestens 16 fertige Alben kann die "Queen of Country in Denmark", wie die dort lebende Amerikanerin Tamra Rosanes genannt wird, vorweisen. "Ich fühle mich als musikalische Botschafterin meines Landes", sagte sie. Im Gepäck für Berlin hat sie mehrere neue Songs, wie etwa "I Gotta lotta honky tonkin' to catch up on", die sie mit ihrer Band Fistful of Dollars vorstellen will.

So kommen im Fontane-Haus im Stadtbezirk Reinickendorf Stars aus 15 Ländern zusammen, um an drei Tagen auf fünf Bühnen ihr Bestes zu geben. Da spielen und singen Country-Exoten wie der Russe Wladimir Spiridonow, die lettische Band Flame and the Rolltones oder die niederländischen Music Road Pilots ebenso wie bereits bekannte Stars wie der Ire Tiny McNeela oder die Schweden Sjöstrom & Güllo.

Doch auch Fans der deutschen Country Music kommen nicht zu kurz. Neben den alten Haudegen von Western Union um den Country-Bären Larry Schuba, Bluegrass Breakdown oder Hard Travelin' (ehemals Country Cousins) aus Berlin gibt es eine Reihe von jungen Künstlern, die auf die Bühne drängen. Ob es die in Süddeutschland ansässige Meg Pfeiffer ist oder Slow Horses oder Old Johnny's Crew - sie alle haben in Berlin ein gemeinsames Ziel: "Let's have fun." (Lasst uns Spaß haben)