Die Chefin der US-Ausgabe des Modemagazins "Vogue" kann über Wohl und Wehe, Aufstieg und Fall, Weltkarriere und Flop einer Kollektion oder gar eines Designers entscheiden. Ein offenes Geheimnis ist, dass mit "Der Teufel trägt Prada" die Londonerin gemeint war. Heute wird sie 65 .

Vor Anna Wintour gab es auch schon Modezeitschriften. "Vogue" zum Beispiel existierte schon fast 100 Jahre, bevor sie 1988 das Ruder übernahm. Aber die zierliche Engländerin krempelte das Magazin um, wie sie es zuvor mit der englischen Ausgabe gemacht hatte. Das Journal berichtete nicht mehr über Trends, es setzte sie. "In ,Vogue' zu sein, muss etwas bedeuten", sagte Wintour einmal.

"Vogue" ist heute eine Art Bibel für Modegläubige mit gut elf Millionen Lesern, die sich nicht an den Dutzenden Seiten Hochglanzwerbung stören, bevor überhaupt erst das Inhaltsverzeichnis kommt. In der Regel sind zwei- oder dreimal so viele Seiten mit Werbung gefüllt wie mit Text. Und manchmal muss man zweimal hinsehen, zu welcher Kategorie das bunte Foto denn nun gehört.

Natürlich muss sich eine Frau in ihrer Position viel Kritik anhören. Arrogant und bestimmend sei sie, heißt es. Tierschützer stören sich daran, dass "die böse Hexe" immer wieder Mode mit Pelz auf den Titel setzt und bewarfen sie mehrfach mit Torten, Kunstblut oder Mehlbomben. Andere werfen ihr vor, vor allem teure Dinge zu Trends zu erklären. Und das, wo sie doch überzeugte Demokratin sei.

Für das Magazin "Forbes" ist "die meistbeachtete Frau der Modeszene" Nummer 39 unter den "Powerfrauen" der Welt, Als Wintours Ex-Mitarbeiterin Lauren Weisberger ein Buch schrieb, half sie nicht, aber "Der Teufel trägt Prada" wurde dennoch ein Welterfolg. Immerhin: Als das Werk 2006 mit Meryl Streep und Anne Hathaway verfilmt wurde, kam sie zur Premiere - in Prada .