Die Weichen dafür soll der Herbstparteitag stellen, der am 17. November in Leipzig stattfindet. Nach Informationen der RUNDSCHAU will demnach die Union das Quorum für Volksentscheide bei zehn Prozent festlegen. Derzeit liegt es entsprechend der demografischen Entwicklung faktisch bei 13 Prozent.

Im Antrag des Landesvorstands zum Herbstkonvent heißt es: "Die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger wollen wir sowohl in den Parlamenten als auch in der Verwaltung auf allen Ebenen ausbauen."

Der Antragsentwurf zur jüngsten Landesvorstandssitzung war noch konkreter: "Wir setzen uns dafür ein, das Quorum für Volksentscheide in der sächsischen Verfassung mit zehn Prozent aller Wahlberechtigten festzulegen."

Dass der Passus in der neuen Fassung fehlt, spiegelt die Bedenken innerhalb der Union wider. Man habe sich im Landesvorstand "erstmal nicht dazu durchringen" können, sagt CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer.

Grundsätzlich sei man sich aber einig, an der sächsischen Volksgesetzgebung festzuhalten. Und die funktioniert so: Nur wenn ein Volksantrag samt Volksgesetzentwurf von mindestens 40 000 Bürgern unterschrieben wird, kommt er in den Landtag.

Wird er dort abgelehnt, können die Antragsteller ein Volksbegehren anschieben. Das wiederum braucht mindestens 450 000 Unterschriften. Diese 450 000 Stimmen repräsentieren seit 1992 zehn Prozent der sächsischen Bevölkerung. CDU-Generalsekretär Kretschmer macht bereits deutlich, er habe "kein Interesse an einer schleichenden Erhöhung des Quorums" - wie sie faktisch eintritt durch die sinkende Bevölkerung. "Wir halten zehn Prozent immer noch für die richtige Zahl", versichert Kretschmer.

Bei der nächsten Sitzung des Landesvorstands am 26. Oktober soll das Thema nochmal besprochen werden. Die intern noch umstrittene Erleichterung für Volksentscheide ist Teil einer Runderneuerung, die in anderen Punkten schon konkreter feststeht.

Sachsens Union will wieder ran an die Basis - die soll nun auch bei Landesparteitagen mitreden können. Schluss mit Delegiertenparteitagen - künftig soll jedes der 12 000 Mitglieder des Landesverbands mitreden können. Das wird allerdings bedeuten, deutet Generalsekretär Kretschmer an, dass Parteitage künftig nur noch in großen Hallen in Leipzig, Dresden und Chemnitz stattfinden können.

Grundsätzlich will man "mehr von den vielen politisch und am Gemeinwohl interessierten Menschen" in die CDU holen. Dafür geht die Partei auch Werbeoffensive und bietet künftig auch Schnuppermitgliedschaften an.

Ziel dieses neuen basisdemokratischen Kurses ist die Bundestagswahl im kommenden Jahr. Dann will Sachsens Union alle Direktmandate im Freistaat gewinnen.