Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) geht nach einem Brand in einer geplanten Notunterkunft für Flüchtlinge in Nauen von einem rechtsextremistischen Anschlag aus. "Wir sind noch nicht hundertprozentig sicher, aber ich glaube, dass alles andere als sehr sehr großer Zufall bezeichnet werden könnte", sagte Woidke am Dienstag in Potsdam. Am frühen Dienstagmorgen war in Nauen die Sporthalle eines Oberstufenzentrums niedergebrannt. Dort sollten in wenigen Tagen 100 Asylbewerber vorübergehend unterkommen, bis ihre Unterkünfte fertiggestellt sind. Menschen wurden bei dem Brand nicht verletzt.

Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) berichtete, die Brandrichtung, Ausbreitung und Schnelligkeit des Feuers sprächen für Brandstiftung. Die Ermittlungen habe daher der Staatsschutz übernommen. Die Feuerwehr konnte die Halle nur noch kontrolliert abbrennen lassen. Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) reagierte empört. "Wenn es Brandstifter sind, sind es für mich Verbrecher", sagte er.

In Plessa (Elbe-Elster) protestierten indes am Dienstag etwa 100 Menschen gegen die Unterbringung von 50 Flüchtlingen in einem früheren Bürogebäude des örtlichen Kraftwerkes. Während der Landkreis Betreiber und Lage des Gebäudes für ungeeignet hält, sieht das Amt Plessa den Standort "durchaus als geeignet" für eine Flüchtlingsunterkunft an.

Derweil erhielt die SPD-Zentrale in Berlin nach dem Besuch von Vizekanzler und Parteichef Sigmar Gabriel in der Flüchtlingsunterkunft in Heidenau massenweise rassistische Hassmails, beleidigende Anrufe und sogar eine Bombendrohung. Das Willy-Brandt-Haus musste am Dienstagnachmittag vorübergehend geräumt werden. dpa/bl Länder Seite 5