Die in Brandenburg liegenden Kreise der Lausitz haben sich im ersten Halbjahr 2006 im Vergleich zum Vorjahr in der Auflistung erheblich verbessert. Dies betrifft sowohl die Abnahme der in ihnen gemeldeten Insolvenzen im Bezug auf die Gesamtzahl der Unternehmen als auch ihre Stellung im Vergleich zu anderen Kreisen.
2005 noch gingen in Cottbus über 3,7 Prozent der Betriebe in die Pleite und die Stadt war damit Schlusslicht im Lande. Für Unternehmenskredite prognostizierte Creditreform deswegen ein sehr hohes Ausfallrisiko in der Lausitzmetropole. Entsprechend geneigter waren Banken, für ihr Geld in dem einen oder anderen Falle auch einen regionalen Zinszuschlag zu berechnen und umgekehrt eher zögerlich, günstige Konditionen zu gewähren. Denn der regionale Tabellenstand hat bei Kreditvergaben oft einen erheblichen Einfluss und hat Gewerbetreibende in Cottbus bei der Kreditbeschaffung behindert. Jetzt liegt der Wert bei 3,1 Prozent und dies ist verbunden mit dem Aufstieg in eine etwas bessere Risikoklasse.
Die Ergebnisse für die kreisfreie Stadt Cottbus sind umso bemerkenswerter, wenn sie mit denen der anderen drei größeren Städten des Landes verglichen werden. Nur Frankfurt/Oder hat einen ähnlichen Sprung nach vorne gemacht. Brandenburg/Havel und Potsdam haben sich verschlechtert und die Landeshauptstadt wurde als einzige Verwaltungseinheit des Landes gar zurückgestuft.
Aber nicht nur Cottbus hat sich verbessert. Der Kreis Oberspreewald-Lausitz ist gleich um zwei Klassen aufgestiegen, Elbe-Elster und Spree-Neiße jeweils um eine. Und Elbe-Elster hat mit 2,28 Prozent Unternehmenspleiten sogar einen Wert erreicht, der geringfügig unter dem Bundesdurchschnitt und erheblich unter dem Landesmittel von 2,71 liegt. Ein "mittleres Ausfallrisiko" bescheinigt denn auch Creditreform dem Südwesten des Landes - eine Einstufung, die viele Landkreise im Westen nicht erreichen.
Nach wie vor ist die Gefahr des wirtschaftlichen Scheiterns in Brandenburg in den jeweiligen Branchen sehr unterschiedlich. Die größten Abweichungen zum Bundestrend sind beim Handel zu verzeichnen. Dort verzeichnet Creditreform mit 853 Fällen auch die meisten Insolvenzen. Überdurchschnittlich schlecht schnitten auch Betriebe des Verkehrs und der Nachrichtenübermittlung sowie das verarbeitende Gewerbe ab.