Sportlerinnen
Mareen Kräh: Die Judoka (Asahi Spremberg) hat den Anschluss bei den Frauen endgültig geschafft. Mit Bestplatzierungen bei Weltcups und internationalen Turnieren empfahl sie sich für die EM in Finnland. Dort gewann sie alle ihre Kämpfe und musste sich nur der späteren Meisterin Monteiro aus Portugal beugen. Bronze war der Lohn für ihre intensive Arbeit. Die zukünftige Bundespolizeimeisterin will bei den Olympischen Spielen 2008 starten.
Christin Muche: Die Cottbuserin stand (RSC) im Frühjahr bei der Bahnrad-WM in Bordeaux ganz oben auf dem Siegertreppchen und gewann Gold im Keirin-Wettbewerb. Mit diesem Triumph holte die 23-Jährige die erste deutsche Frauen-Goldmedaille im Kurzzeit-Bereich seit Christa Rothenburger 1986. Momentan steckt die angehende Polizeimeisterin, die sich im August in Cottbus auch den deutschen Keirin-Titel sicherte, in den Abschlussprüfungen - danach gilt die Konzentration wieder dem Sport und Olympia.
Katja Popke: „100-Meter-Retten mit Flossen“ ist die Paradestrecke der Luckenwalder Rettungsschwimmerin. Mit 56,93 Sekunden hält sie den Weltrekord. In Melbourne fischte die 25-Jährige ihren fünften WM-Titel aus dem Wasser. Mit der Damen-Nationalmannschaft konnte sie in Down Under auch noch Bronze in der 4x50 Meter Hindernisstaffel sichern.
Katrin Wagner-Augustin: Für die 29-jährige Potsdamerin wurde die diesjährige WM der Rennkanuten in Ungarn zu Silberspielen: Dreimal landete die dreifache Olympiasiegerin mit ihrem Boot auf Platz zwei: im Einer-Rennen über 1000 Meter, im Zweierkajak über 200 Meter und im Viererkajak. Zweieinhalb Monate zuvor war sie bei der EM in Racice ebenfalls zu drei Silbermedaillen gepaddelt: im Einer über 1000 Meter sowie im Zweierkajak über 200 und 500 m.
Martina Willing: Die ehrgeizige blinde Frau von der SG Stahl Brandenburg bleibt ihrer Erfolgsserie treu. Die querschnittsgelähmte Rollstuhlfahrerin holte sich bei der Behinderten-WM der Leichtathleten in den Niederlanden einen Medaillensatz: Gold im Speerwerfen, Silber im Diskuswerfen und Bronze im Kugelstoßen. Die 47-Jährige gehört zum Brandenburger „Team Peking 2008“ - es wären bereits ihre sechsten Paralympics.
Trixi Worrack: Die Cottbuserin (RK Endspurt) war schon 2004 und 2005 maßgeblich am Gewinn der WM-Titel durch Judith Arndt und Regina Schleicher beteiligt. In diesem Jahr fuhr die Mannschaft bei der WM in Salzburg für die 25-Jährigen und verhalf ihr zu Silber im Straßenrennen - ein fast perfekter Abschluss einer sehr konstanten Saison: Dritte beim Weltcup Fleche Wallone im Frühjahr, Dritte bei der Tour de l'Aude, Zweite bei der Tour de Montreal, Dritte bei der Thüringen-Rundfahrt, schließlich Zweite in der WM-Vorbereitung der Holland Ladies Tour. Am Saisonende landete sie auf Platz vier in der Weltrangliste - als beste Deutsche.

Sportler
Robert Bartko: Der 30-jährige Potsdamer schaffte in diesem Jahr ein besonderes Kunststück. In Bordeaux konnte er seinen WM-Titel in der 4000-m-Einzelverfolgung im Bahnradsport verteidigen. Der Angehörige der Sportförderkompanie der Bundeswehr, 2000 Doppel-Olympiasieger, hat alles dem großen Traum, 2008 noch mal Olympia-Gold zu holen, untergeordnet.
Stephan Koltzk: Sechsmal hatte der 28-jährige Ruderer Stephan Koltzk aus Frankfurt (Oder) vergeblich Anlauf genommen, mit dem Deutschland-Achter einen internationalen Titel zu holen. In diesem Jahr klappte es. Die deutschen Ruderer gewannen Ende August bei der WM in England erstmals seit elf Jahren wieder Gold in der Königsklasse. Entscheidenden Anteil daran hatte Koltzk. Überhaupt war 2006 ein sehr erfolgreiches Jahr für die Ruderer, denn auch der Gesamtsieg im Weltcup wurde eingefahren. Kevin Kuske: Für den 27-jährigen Bob-Piloten wären die Olympischen Spiele von Turin fast zum Fiasko geworden, ehe er doch noch zweifacher Olympiasieger wurde und damit seinen Vierer-Triumph von Salt Lake City 2002 noch toppte. Im Eiskanal von Cesana stolperte der Potsdamer im zweiten Zweierbob-Durchgang, um sich mit einem filmreifen Sprung doch noch hinter seinen Oberhofer Piloten André Lange zu retten und mit ihm zu Gold zu rasen. Auch in Langes Viererbob fuhr der 1,94-Meter-Mann zum Titel.
Maximilian Levy: Gleich in seinem ersten Jahr bei den Männern setzte sich der fünffache Junioren-Weltmeister aus Cottbus (RSC) in der deutschen und internationalen Spitze fest. Bei seiner WM-Premiere in Bordeaux wurde er Sechster im Sprint. Bei der EM in Athen holte Levy vier Medaillen - darunter zweimal Gold: In der offenen Klasse gewann er den Titel im Teamsprint und in der Königsdisziplin Sprint (U23). Damit sicherte sich der 19-Jährige vorzeitig als erster Deutscher vor dem Beginn seiner zweiten Männersaison das WM-Ticket 2007 für Mallorca.

Teams
1. FFC Turbine Potsdam: Auch wenn der erneute europäische Triumph in diesem Jahr versagt blieb, erwies sich das Team im Frühjahr erneut als beste deutsche Frauenfußball-Mannschaft. In einem packenden Endspiel gegen den Rivalen Frankfurt gewannen die „Torbienen“ im Berliner Olympiastadion zum dritten Mal in Folge den DFB-Pokal, ehe sie sich von den Hessinnen auch den in der Vorsaison verlorenen Deutschen Meistertitel zurückholten.
1. Luckenwalder SC: Mit einem 30:5-Erfolg über das Team von Hallbergmoos haben sich die Bundesliga-Ringer des 1. Luckenwalder SC erstmals den Titel des deutschen Mannschaftsmeisters gesichert. Dem war ein Durchmarsch ohnegleichen vorausgegangen. Noch ein Jahr zuvor war die multinationale Truppe aus dem Fläming im Finalkampf am deutschen Seriensieger Schifferstadt gescheitert. In dieser Saison hat Luckenwalde in der Nordost-Staffel bereits Kurs auf die Titelverteidigung genommen.
FC Energie Cottbus: Die Lausitzer sorgten nach den drei Jahren in der 1. Bundesliga von 2000 bis 2003 für ein zweites Fußballwunder: 2006 stiegen sie erneut in die höchste deutsche Spielklasse auf. Dabei wäre der Verein in der Saison 2004/05 beinahe in die Drittklassigkeit abgestürzt. Umso erstaunlicher war der Höhenflug nur ein Jahr später. Teammanager Petrik Sander formte eine Mannschaft, die sich kompakt, konterstark und kampfbetont im Aufstiegsrennen durchsetzte. Im Oberhaus setzte der Aufsteiger am Saisonanfang seinen Höhenflug fort.
Felix Michel/Sebastian Piersig: Die ehemaligen Junioren-Weltmeister (2002) von der SG Einheit Spremberg haben sich 2006 im Männerbereich etabliert. Schon der Sieg im Mai bei der WM-Qualifikation im Kanuslalom war ein großer Erfolg für den C2-Canadier. Bei der EM in Frankreich holte das Sportsoldaten-Duo mit der Mannschaft des Deutschen Kanu-Verbandes Gold im Teamwettbewerb. Bei der WM in Tschechien gewannen Michel (21)/Piersig (22) dann noch Silber mit dem Team.
PSG Dynamo Brandenburg-Mitte: Die Judo-Amazonen erkämpften ihren zweiten deutschen Meistertitel bei den Mannschaften. Angeführt von der zweifachen Olympia-Teilnehmerin Sandra Köppen-Zuckschwerdt steigerte sich die Riege aus der Stadt Brandenburg beim Finale in Leipzig enorm und besiegte Titelverteidiger UJKC Potsdam mit 4:2 Punkten. Zum Team gehörten auch Olga Leshchenka, Mareen Kräh, Marlen Hein, Antje Petzsch und Uta Kühnen.
Ronald Rauhe/Tim Wieskötter: Die beiden Kanuten sind seit sechs Jahren auf ihrer Paradestrecke über 500 Meter im Zweierkajak ungeschlagen. Bei der WM im Sommer in Ungarn fuhren die Paddler vom KC Potsdam über 200 und über 500 Meter zum Sieg. Da Rauhe auch noch den Einzelsprint gewann, avancierte er zum erfolgreichsten männlichen WM-Teilnehmer. Für die Zukunft haben der 25-jährige Rauhe und der 27 Jahre alte Wieskötter ein großes Ziel: Sie wollen 2008 ihr olympisches Gold von Athen verteidigen. (red/bw)

Wählen Sie hier Ihren Sportler des Jahres >>>