„Wir wachsen schneller als die Bevölkerung Berlins.“ Das zeige, dass sich der Anteil des öffentlichen Nahverkehrs erhöhe. 93,2 Prozent aller S-Bahnen kamen 2014 pünktlich. Ohne Lokführerstreiks wären es 94,7 Prozent gewesen, teilte Planungsleiter Michael Wingerter mit.

Technikprobleme, Managementfehler und Wartungsmängel hatten die Berliner S-Bahn 2009 in eine tiefe Krise gestürzt. Zeitweise wurden ganze Linien eingestellt. Fast vier Jahre fehlten im täglichen Betrieb Züge, weil sie öfter in die Werkstätten mussten. Im Jahr 2008, vor Beginn der Krise, hatte es 388 Millionen Fahrten gegeben, 2009 sackte die Zahl auf 371 Millionen.

Die gestiegene Beliebtheit der Deutsche-Bahn-Tochter spiegelt sich in der Geschäftsbilanz 2014 wider. Die S-Bahn Berlin GmbH schrieb das zweite Jahr in Folge schwarze Zahlen. Der Jahresgewinn lag bei 54,2 Millionen Euro nach 43,3 Millionen Euro im Jahr zuvor, berichtete Finanzchef Bastian Knabe. Dennoch werde in den 15 Jahren des bis 2017 gültigen Verkehrsvertrages mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg ein Verlust von etwa 130 Millionen Euro auflaufen, den der Bahnkonzern übernehmen müsse.

Die S-Bahn kündigte kleinere Verbesserungen im Netz an: Mit dem Fahrplanwechel am 13. Dezember wird auf der Ringstrecke der Fünf-Minuten-Takt montags bis freitags vormittags bis 10 Uhr und abends bis 20 Uhr ausgedehnt. Die Züge der Linie S5 werden dann tagsüber im 20-Minuten-Takt bis Strausberg Nord fahren. Bisher sind sie auf diesem Abschnitt nur alle 40 Minuten unterwegs. Der wegen Bauarbeiten gesperrte Nord-Süd-Tunnel werde planmäßig am 4. Mai wieder freigegeben, sagte Buchner.