Die 58-Jährige wurde am Dienstag zur Bürgermeisterin von Madrid gewählt. Sie ist das erste weibliche Oberhaupt in der Geschichte der spanischen Hauptstadt. Aber in Spanien meinen es längst nicht alle gut mit der konservativen Politikerin. Es herrscht eine gewisse Skepsis, ob Botella die richtige Wahl für das Bürgermeisteramt ist. Die Zweifel reichen bis in die Volkspartei (PP) hinein, der das Stadtoberhaupt angehört. Botella gilt als der Prototyp einer „Señora“ aus dem vornehmen Madrider Stadtteil Salamanca und als Aushängeschild des rechten, erzkonservativen Flügels der PP.

Unvergessen sind in Spanien ihre Worte, mit denen sie ihre Ablehnung der Homo-Ehe deutlich machte: „Die Ehe von Homosexuellen wird nie dasselbe sein wie die Ehe von Mann und Frau, ebenso wie ein Apfel und eine Birne nicht dasselbe sein können wie zwei Äpfel.“ Dagegen hatte ihr Vorgänger Alberto Ruiz Gallardón selbst ein Homosexuellen-Paar getraut. Der bisherige Bürgermeister steht in der PP für den modernen und liberalen Flügel. Er gab sein Amt ab, nachdem Spaniens neuer Ministerpräsident Mariano Rajoy ihn zum Justizminister ernannt hatte.

Mit Botella als Bürgermeisterin macht die PSOE sich Hoffnung, nach mehr als zwei Jahrzehnten in der Hauptstadt mal wieder eine Kommunalwahl gewinnen zu können. Allerdings ist die Bilanz der 58-Jährigen in der Madrider Stadtregierung nicht gerade von Glanz geprägt. Botella war bislang für die Umweltpolitik zuständig und konnte nicht verhindern, dass Madrid bei der Luftverschmutzung Grenzwerte der EU überschreitet. Wenn sich im Sommer eine Glocke von Abgasen über der Stadt bildete, schob sie dies mal auf „Sandstaub aus Afrika“, oder sie sagte einfach: „Ich sehe keine Dunstglocke.“ Um ihr Amt ist die neue Bürgermeisterin kaum zu beneiden. Sie soll eine Stadt regieren, die kein Geld hat und unter einem riesigen Schuldenberg ächzt.