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Dicke Luft in Forst und Cottbus

FOTO: Katrin Kunipatz
Forst/Cottbus. Für Verunsicherung sorgt seit einigen Tagen der Gestank nach verbrannter Plaste in Forst und Umgebung. Am Wochenende war der chemische Geruch sogar in Cottbus wahrnehmbar. Katrin Kunipatz

Einige Menschen in Forst klagten bereits über Augenreizungen und Atembeschwerden und riefen die Feuerwehr.

Ursprung des Qualms ist ein seit drei Wochen brennendes Feuer auf dem Lagerplatz einer polnischen Recyclingfirma nahe der Neiße. Hier lagern rund 25 000 Tonnen Kunststoff. Die polnische Feuerwehr brachte den Brand unter Kontrolle, konnte ihn aber noch nicht löschen. Der Kunststoff schwelt weiter und werde dies nach Einschätzung polnischer Behörden noch drei bis vier Wochen tun. Es wird also weiter stinken. Die Geruchsbelästigung stellt keine Gefährdung der Gesundheit dar, teilt Landrat Harald Altekrüger (CDU) nach Rücksprache mit seinem polnischen Amtskollegen mit. Alexander Trenn, Gefahrstoffverantwortlicher des Landesfeuerwehrverbandes, der zufällig am Wochenende in Forst war, die Qualmwolke gesehen und den Gestank wahrgenommen hat, stellt andere Vermutungen an. "Dort verbrennen nicht nur Kunststoffflaschen, sondern auch Elektronikschrott", sagt er. Sollte dies der Fall sein, entstehen Salzsäure und Aldehyde, die Reizungen verursachen können.

Unabhängige Messungen zur Gefahrstoffbelastung durch deutsche Behörden gibt es bisher nicht. Der Landkreis Spree-Neiße verfügt nicht über entsprechende Messtechnik und bat das brandenburgische Landesumweltamt um Unterstützung.

Aber auch die Fachleute in Potsdam verfügen nicht über diese Analysetechniken und verweisen an die Feuerwehren. Der Cottbuser Lagedienstführer erläutert wiederum, dass diese spezielle Messtechnik im Normalfall nur bei größeren Chemiefirmen vorhanden ist.