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DHL baut Luftdrehkreuz in Leipzig-Halle für 655 Millionen Euro weiter aus

Ein DHL-Mitarbeiter geht am Mittwoch zu einer DHL-Maschine auf dem Vorfeld von zwei neuen Terminals am Luftfrachtdrehkreuz Leipzig am Flughafen Leipzig-Halle in Schkeuditz.
Ein DHL-Mitarbeiter geht am Mittwoch zu einer DHL-Maschine auf dem Vorfeld von zwei neuen Terminals am Luftfrachtdrehkreuz Leipzig am Flughafen Leipzig-Halle in Schkeuditz. FOTO: dpa
Leipzig. Ob Autoteile, Früchte oder Tiere – das Logistikunternehmen DHL am Flughafen Leipzig-Halle will Waren noch schneller zu den Kunden bringen und investiert Millionen. Dabei stehen weltweit Luftfrachtunternehmen unter Druck. Überkapazitäten drücken die Preise. Sabine Fuchs und Christian Ebner

Die Posttochter DHL treibt den Ausbau ihres Luftfrachtdrehkreuzes Leipzig voran und hat am Mittwoch zwei neue Terminals eröffnet. Kernstück ist eine Sortieranlage. Mit ihr wird die Kapazität um etwa 50 Prozent auf 150 000 Sendungen pro Stunde gesteigert. "Der vergrößerte Standort ist ein weiterer Schritt, Leipzig als unser europäisches Luftfrachtdrehkreuz zu stärken", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post DHL Group, Frank Appel.

Rund 655 Millionen Euro seien bislang investiert und 4900 Arbeitsplätze geschaffen worden. DHL wächst damit gegen einen globalen Trend. Nach jüngsten Statistiken der Airline-Organisation IATA waren die Frachträume der Gesellschaften im August nur noch zu knapp 41 Prozent gefüllt, die Erlöse stehen wegen des immer größeren Zulade-Angebots in Passagiermaschinen massiv unter Druck.

Es fällt dann kaum ins Gewicht, dass die Menge der weltweit per Luftfracht transportierten Güter um 3,9 Prozent im Jahresvergleich gewachsen ist, wenn gleichzeitig die angebotene Kapazität um 4,1 Prozent stieg. Leipzig-Halle profitiert vom erfolgreichen DHL-Geschäftsmodell als sogenannter Integrator, der die komplette Sendekette wichtiger Güter organisiert. Wichtige Mitbewerber sind FedEx, UPS und TNT, die sämtlich lange von den IATA-Fluggesellschaften ignoriert wurden.

Doch inzwischen lahmt das klassische, von Speditionen und Airlines geprägte Luftfrachtgeschäft deutlich. Am größten deutschen Luftfrachtstandort Frankfurt ging in der Folge die transportierte Menge 2015 um 2,6 Prozent auf rund zwei Millionen Tonnen zurück. "DHL Hub macht den größten Anteil am Frachtaufkommen des Flughafens Leipzig-Halle aus", sagte Uwe Schuhart, Sprecher der Mitteldeutschen Flughafenholding. Einen genauen Anteil will er aber nicht nennen.

988 240 Tonnen Gesamtmenge 2015 entsprechen einem Zuwachs von 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und bedeuten für den Flughafen gleichzeitig den elften Rekord in Folge. Mit diesem Wert rangiert der Ost-Airport vor Köln/Bonn auf Platz zwei in Deutschland.

"4,438 Millionen Tonnen Fracht wurden in Deutschland im Jahr 2015 umgeschlagen", sagte Sabine Herling, Sprecherin des Flughafenverbandes Berlin. Das sei ein leichtes Minus im Vergleich zum Rekordjahr von 4,4 Millionen Tonnen im Jahr 2014. In diesem Jahr weise das Aufkommen wieder eine steigende Tendenz auf. So wurde von Januar bis Juli ein Plus von 3,1 Prozent erzielt.

Der heute zweitgrößte deutsche Luftfrachtstandort wurde im Mai 2008 in Betrieb genommen. Damals verlegte die DHL ihr europäisches Drehkreuz von Brüssel zum Flughafen Leipzig-Halle, weil dort rund um die Uhr geflogen werden darf.