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DFB-Sportgericht: Dortmund muss Südtribüne sperren

BVB Fans mit Bannern gegen Gewalt "Nein zu Gewalt" beim DFB Pokal Achtelfinale zwischen Borussia Dortmund und Hertha BSC. Ihre legendäre Südtribüne bleibt beim kommenden Heimspiel leer.
BVB Fans mit Bannern gegen Gewalt "Nein zu Gewalt" beim DFB Pokal Achtelfinale zwischen Borussia Dortmund und Hertha BSC. Ihre legendäre Südtribüne bleibt beim kommenden Heimspiel leer. FOTO: Schueler / Eibner - Pressefoto
Frankfurt am Main. Das DFB-Sportgericht hat Borussia Dortmund zur Sperrung der Südtribüne für ein Bundesliga-Spiel und zu einer Geldstrafe von 100 000 Euro verurteilt. Zuvor hatte der Fußball-Bundesligist am Montag einem entsprechenden Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses nach den Verfehlungen seiner Fans in der Partie gegen RB Leipzig zugestimmt. dpa

Borussia Dortmund hat sich entschieden - und verzichtet auf einen Einspruch gegen die vom DFB-Kontrollausschuss beantragte Strafe, die Südtribüne nach den Vorfällen gegen Leipzig für ein Punktspiel komplett zu sperren. Trainer Thomas Tuchel spricht von einem "Drama".

Das drastische, jetzt rechtskräftige Urteil, das der DFB am Montag nach Dortmunds Zustimmung zum Strafantrag verkündete, betrifft alle 25.000 Mitglieder der legendären "Gelben Wand" in Dortmund - und zwar schon im kommenden Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag. Zudem muss der BVB 100.000 Euro zahlen.

"Borussia Dortmunds Zustimmung zum Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses basiert auf unserer Überzeugung, dass es in der emotional noch immer aufgeladenen Atmosphäre derzeit weder möglich noch sinnvoll erscheint, eine inhaltliche Debatte über ein im juristischen Sinne 'angemessenes', 'erforderliches', 'verhältnismäßiges' oder 'weitsichtiges' Strafmaß zu führen", teilte der Klub am Montag mit. "Wir sehen außerdem die Gefahr, dass die Ablehnung des Strafantrages oder von Teilen seiner Inhalte durch den BVB als mangelnde Einsicht des Klubs in das krasse Fehlverhalten von Teilen der Fans fehlinterpretiert werden könnte. Dieser Eindruck wäre fatal!"

Außerdem wirft der Kontrollausschuss der Borussia und damit ihren Fans ein beleidigendes Banner in Leipzig am 10. September, Schmähgesänge in Hoffenheim am 16. Dezember sowie erneute Pyro-Aktionen am 19. Januar in Mainz vor.

Der BVB betonte in seiner Stellungnahme noch einmal, dass er die Vorfälle rund um das Leipzig-Spiel in keiner Weise "relativieren" wolle. "Wir möchten an dieser Stelle aber auch zum Ausdruck bringen, dass wir eine Kollektivstrafe gegen 25.000 Zuschauer, von denen eine überwältigenden Mehrheit weder ein Tat- noch ein Schuldvorwurf zu machen ist, für unverhältnismäßig halten."

Dass unter der Strafe nicht nur die betroffenen BVB-Anhänger leiden, hatte heftige Diskussionen ausgelöst. Auch Trainer Thomas Tuchel sagte: "Wir sprechen von der Südtribüne, von der Tribüne in Europa, vielleicht auf der Welt schlechthin. Von einem ganz besonderen Ort des Fußballs, der eine ganz besondere Symbolkraft hat."