D eutschlands Grundschüler erreichen im weltweiten Vergleich überdurchschnittliche Leistungen. Beim Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften liegen die Viertklässler im oberen Drittel. Kinder mit Migrationshintergrund holen deutlich auf, wie aus der am Dienstag in Berlin präsentierten Iglu-Lesestudie und der Timss-Mathematikstudie hervorgeht. Doch bis zu jedes fünfte Kind hinkt mit seinen Leistungen hinterhe r . Der wissenschaftlicher Leiter der Studien, Wilfried Bos, sagte: "Wir haben unsere hohe Position halten können." Allerdings gebe es auch deutliche Anteile von Kindern, die so schlecht seien, dass sie in der Sekundarstufe I Probleme bekommen dürften. Und es gebe teils weniger Kinder in der obersten Kompetenzstufe. "Das veranlasst einen zur Sorge. Wir vergeuden unsere Talente", sagte Bos.

Beim Lesen sank der Anteil von Risikoschülern mit besonders schlechten Leistungen leicht von 16,9 Prozent 2001 auf 15,4 Prozent zehn Jahre später. 9,5 Prozent schnitten besonders gut ab (2001: 8,6 Prozent). Beim Lesen räumten die Experten mit Vorurteilen auf. Denn immer mehr Kinder lesen gerne und oft.

In Mathematik hatten 2011 rund 19,3 Prozent der Kinder so schlechte Leistungen, dass man annehmen muss, dass sie in der Sekundarstufe I große Probleme bekommen. Nur 5,2 Prozent verfügen über Kompetenz der obersten Stufe.

Bei den Naturwissenschaften liegt Deutschland hinter Tschechien und Finnland im obersten Leistungsdrittel. Doch hier hätten sogar 22 Prozent niedrige Leistungen.

Die Statistik entkräftet auch Vorurteile zur Erziehung in Familien mit Migrationshintergrund. Insgesamt nur 0,8 Prozent der Kinder sprächen zuhause nie deutsch. "Man kann schwerlich von Parallelgesellschaft sprechen", sagte Bos. "Es sind gerade vier Prozent unserer Migranten, wo zuhause nie Deutsch gesprochen wird." Insgesamt seien die Migranten die Bildungsgewinner im Test. Allerdings seien Kinder mit Migrationshintergrund weiter benachteilig t. Kommentar & Politik Seiten 2 & 6