Am 8. Dezember 1985 strahlte die ARD die Serie zum ersten Mal aus.

Viele Schauspieler kamen und gingen - allein 262 Hauptrollen gab es in der Seriengeschichte, Stars wie Til Schweiger nutzten die "Lindenstraße" als Karrieresprungbrett. Diejenigen, die seit den Anfängen bis heute dabei geblieben sind, sind mit den Zuschauern gealtert, etwa Marie-Luise Marjan, Joachim Hermann Luger und Georg Uecker.

Legendäre Momente gab es viele: Der legendäre Schwulenkuss zwischen Carsten Flöter und Robert Engel zum Beispiel war ein Dammbruch im deutschen Fernsehen, und die "Lindenstraße" war auch die erste TV-Serie, die Aids thematisierte. "Das Wichtigste in den 30 Jahren war die Freiheit, die wir hatten, solche Tabus erzählen zu dürfen", sagt Produzent Hans W. Geißendörfer rückblickend. Heute sind Tabubrüche in der Serie nur noch schwerlich möglich: Angesichts der Vielzahl der Sender und unzähliger Reality-Formate ist im TV kaum noch etwas tabu.

Als Spiegel der jüngsten Entwicklung soll das Thema Flüchtlinge bald breiten Raum in der Serie einnehmen. "Da geht es nicht um einen Bericht über ein abgefackeltes Wohnheim, sondern das wird ein richtig großer Handlungsstrang, mit dem Schwerpunkt ‚Leute, habt keine Angst, die Flüchtlinge können uns auch viel bringen'", erläutert Geißendörfer.

Laut WDR schalten im Schnitt noch 2,5 Millionen Zuschauer jeden Sonntag um 18.50 Uhr die "Lindenstraße" ein. 1995 waren im Schnitt noch 8,7 Millionen TV-Zuschauer dabei.