Dabei sind Alleinstehende oder homosexuelle Paare noch nicht mitgerechnet. Sie sind nach einer Richtlinie der Bundesärztekammer auch davon ausgeschlossen, eine der vielfältigen Methoden künstlicher Befruchtung in Anspruch nehmen zu können.
Ihre Sehnsucht nach eigenen Kindern bleibt trotzdem. Die erfüllen sich viele inzwischen in Dänemark, meist durch die donogene Insemination, dem Einbringen von Samenzellen eines unbekannten Spenders in die Gebärmutter einer Frau. Andere lassen sich Sperma aus den USA schicken und probieren es selbst.

Dass auch in deutschen Praxen alleinstehende oder in lesbischer Partnerschaft lebende Frauen künstlich befruchtet werden, glaubt Ulrike Riedel, Mitglied des Deutschen Ethikrates. "Nur keiner spricht darüber." Denn rechtlich bewegen sich Frauen und Mediziner da in einer Grauzone. "Wir brauchen endlich ein Fortpflanzungsmedizingesetz, das Gesundheitsschutz und Rechtssicherheit bringt", sagt die Rechtsanwältin, die an einem von der Friedrich-Ebert-Stiftung veröffentlichten Gutachten zur Reproduktionsmedizin beteiligt ist. Statt anonymer plädiert es für „Yes-Spender“, deren Namen das Kind später erfahren kann, womit sein Recht auf Kenntnis der Abstammung gewahrt wäre. Das Gesetz aber lässt auf sich warten. Die Große Koalition scheut vermutlich die heikle Debatte mit unterschiedlichen ethischen Auffassungen. Die RUNDSCHAU besuchte eine Lausitzerin, die nicht warten wollte, bis sich Politiker einig werden.