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| 02:34 Uhr

Deutschland nimmt Tausende Flüchtlinge auf

Berlin/Budapest. Es ist ein bewegendes Wochenende. In Ungarn gestrandete Flüchtlinge kommen nach Deutschland, ein Zug nach dem anderen trifft ein. Die EU allerdings ist nach wie vor zerstritten. In Berlin treffen sich die Spitzen der Koalition. dpa/kr

Angesichts der dramatischen Zustände in Ungarn hat Deutschland in einer beispiellosen Aktion Tausende Flüchtlinge aufgenommen. Nach Tagen voller Strapazen in Ungarn wurden am Wochenende österreichischen Angaben zufolge mehr als 20 000 Menschen in Deutschland erwartet. Das wichtigste Ankunftsziel war der Hauptbahnhof in München. Viele der Migranten wurden von dort direkt in andere Bundesländer gebracht. Bei ihrer Ankunft in Deutschland waren viele Flüchtlinge entkräftet.

Zuvor hatte sich die Lage in Ungarn weiter zugespitzt. Am Budapester Ostbahnhof hatten Tausende Flüchtlinge tagelang kampiert. Viele von ihnen hatten sich zu Fuß in Richtung Grenze aufgemacht.

Angesichts dieser Situation hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr österreichischer Amtskollege Werner Faymann am Freitagabend in Absprache mit der ungarischen Regierung eine Ausnahmeregelung vereinbart. In der Koalition löste diese Entscheidung der Kanzlerin Streit aus. Massive Kritik kam von der CSU. Die vom Bund erteilte Einreiseerlaubnis sei eine "falsche Entscheidung", sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann dagegen begrüßte die Einreise-Entscheidung: "In einer so außergewöhnlich dramatischen Situation ist es absolut richtig, den Menschen erst einmal Zuflucht zu gewähren."

Ungarn hat am Sonntagabend Österreich und Deutschland aufgerufen, die Grenzen zu schließen. Beide Länder sollten "klar sagen", dass keine weiteren Flüchtlinge mehr aufgenommen werden, sagte Ungarns Regierungschef Viktor Orban im ORF-Fernsehen.

Indes ist die EU weiter zerstritten und ringt um politische Lösungen. In der Debatte über eine gerechtere Verteilung von Flüchtlingen gab es am Wochenende kaum Fortschritte. Politik Seite 9, Kommentar Seite 8