Wer profitiert in Deutschland von dem Abkommen?
Auch wenn sich das jetzt noch nicht quantifizieren lässt: Gut ist das Abkommen für die Solarbranche, die Windkraftanlagen-Hersteller und für alle Anbieter von "sauberer" Anlagentechnik. Weil langfristig die Zahl der Staaten, die Klimaschutz betreiben, wachsen soll, steigt auch die Zahl ihrer potenziellen Kunden.

Und wer verliert?
Langfristig geht es Energiekonzernen an den Kragen, die ihr Geld mit fossilen Brennstoffen verdienen und die ihr Geschäftsmodell nicht ändern wollen. Das Abkommen sagt zu diesen Energiequellen zwar explizit nichts - das haben Öl-Staaten wie Venezuela und Saudi-Arabien durchgesetzt. Die im Weltklimavertrag völkerrechtlich verbindlich festgeschriebene Begrenzung der Erd erwärmung auf deutlich unter zwei Grad lässt sich allerdings nach Aussage von Experten nur erreichen, wenn ein Teil der noch vorhandenen Mengen an Kohle, Öl und Gas ungenutzt bleibt.

Welche Ziele hat sich Deutschland beim Klimaschutz gesetzt?
Die EU will ihren Ausstoß an Kohlendioxid (CO) und anderen Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 40 Prozent reduzieren. Da Deutschland mehr Treibhausgase in die Atmosphäre abgibt als jeder andere EU-Staat, will die Bundesregierung den Ausstoß hierzulande schon bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent reduzieren. Darüber hinaus hat sie sich noch ein längerfristiges Ziel gesteckt: Bis 2050 sollen die deutschen Emissionen um 80 bis 95 Prozent schrumpfen.

Wie geht es damit bisher voran?
Mittelmäßig. 2013 wurden laut Umweltbundesamt 23,8 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen als 1990. Für 2014 gibt es noch keinen endgültigen Wert. Schätzungen liegen bei rund minus 27 Prozent. Damit wird es für das 40-Prozent-Ziel knapp. Das Bundesumweltministerium sieht eine "Klimaschutzlücke" von fünf bis acht Prozentpunkten für 2020. Das Kabinett hat im Dezember 2014 deshalb ein Paket verabschiedet, das unter anderem Maßnahmen für mehr Energieeffizienz und klimafreundliches Bauen vorsieht.

Was kommt auf die Lausitz zu?
Das Lausitzer wie auch die anderen Kohle-Reviere stehen im Fokus der Diskussion. Mit der Kraftwerks-Reserve wurde erst kürzlich ein Kompromiss gefunden, der ein früheres Abschalten von Lausitzer Kohlekraftwerken verhinderte. Spannend wird, was im deutschen Klimaschutzplan 2050 stehen wird, der laut Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) bis Mitte 2016 vom Kabinett beschlossen werden soll. "Ich habe nicht gesagt, ich werde ein Kohleausstiegsgesetz vorlegen, das den Endzeitpunkt 2040 hat", erklärte Hendricks am Montag. Ein schnellerer Ausstieg als bisher geplant sei aber möglich. Dagegen regt sich Widerstand in der Lausitz. "Die Braunkohlenverstromung in Deutschland ist eine Brücke zur regenerativen Energieversorgung. Dabei ist das Auslaufen der Braunkohleverstromung nicht per Dekret zu definieren, sondern zwingend mit der Entwicklung moderner Technologie, die die Grundlastfähigkeit regenerativer Energieträger sicherstellen kann, verbunden", heißt es in einer Resolution lokaler SPD-Gremien. Der Vorsitzende der Gewerkschaft IGBCE, Michael Vassiliadises, erklärte, es sei unsinnig, "in Deutschland eine Ausstiegsdiskussion nach der anderen zu beginnen".

Wie reagiert die Industrie?
Führende Unternehmen in Deutschland haben in einer Erklärung das Pariser Abkommen als Wendepunkt hin zur globalen Energiewende begrüßt. 34 große und mittelständische Unternehmen, darunter Adidas, Aldi und die Commerzbank, wollen demnach selbst den Klimaschutz vorantreiben und fordern von der Politik ambitionierte Rahmenbedingungen für die sogenannte Dekarbonisierung in Deutschland und in der EU.