Ein Bundeswehr-Sprecher in Masar-i-Scharif bestätigte die Zahl.

Aus Regierungskreisen hieß es am Dienstag, dabei handele es sich um Fälle, die als "latent bedroht" eingestuft worden seien. Zuvor sei bereits 23 "konkret bedrohten" Ortskräften die Aufnahme in Deutschland angeboten worden.

Die Bundesregierung hatte die Kriterien für eine Aufnahme Anfang des Monats ausgeweitet. Sie machte damit den Weg frei dafür, nicht nur solchen Ortskräften eine Aufnahme anzubieten, die als "konkret bedroht" eingeschätzt wurden. Die Fälle wurden daraufhin erneut geprüft.

Insgesamt hatten sich nach Angaben aus der Bundesregierung mehr als 200 einheimische Mitarbeiter der verschiedenen deutschen Regierungsstellen selber als bedroht eingestuft. Allerdings wollten nicht alle Afghanistan verlassen.

Die meisten afghanischen Ortskräfte arbeiten bei der Bundeswehr. Sie sind dort beispielsweise als Übersetzer eingesetzt und fürchten nach dem Abzug der meisten Soldaten Racheakte der Taliban.

Der Nato-Kampfeinsatz läuft Ende 2014 aus. Danach soll es eine kleinere Nachfolgemission zur Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte geben, an der sich Deutschland mit bis zu 800 Soldaten beteiligen will. Derzeit sind im Rahmen der Nato-geführten Schutztruppe Isaf noch knapp 3700 Bundeswehr-Soldaten eingesetzt.