Der rot-grünen Koalition, die sich so kompromisslos gegen einen Irak-Krieg festgelegt hat, blieb es erspart, dass der Sicherheitsrat ausgerechnet unter deutschem Vorsitz eben diesen Krieg besiegelt.
Anfangs hatte das anders ausgesehen. Die USA legten den 5. Februar als den Tag fest, an dem Außenminister Colin Powell der Welt Beweise dafür vorlegen sollte, dass der Irak Massenvernichtungswaffen versteckt. Für Bundesaußenminister Joschka Fischer wurde dieser Tag zur Premiere, er leitete die Sitzung in New York. Doch Powells Multimedia-Schau erwies sich als wenig beeindruckende Sammlung von Indizien. Das nächste Mal jettete Fischer über den Atlantik, um die Sitzung zur Vorlage des Zwischenberichtes der Waffeninspekteure am 14. Fe-bruar zu leiten. Eindeutige Beweise konnten sie nicht vorlegen.
Ihren Resolutionsentwurf zur Legitimierung eines Krieges brachten die USA dennoch am letzten Montag in den Rat ein. Aber zugleich legten Frankreich, Deutschland und Russland ihr Memorandum vor, in dem sie intensivere Inspektionen verlangten. Damit war klar: Das Tauziehen wird anhalten, eine Entscheidung über Krieg oder Frieden fällt nicht in die Zeit der deutschen Ratspräsidentschaft.