Zwei Jahre brauchte der 40-jährige Regisseur, um die Finanzierung des Films überhaupt auf die Beine zu stellen, den er dann an nur fünf Drehtagen an Originalschauplätzen in und um Berlin realisierte.Für den gebürtigen Ost-Berliner wurde mit dem Oscar-Gewinn ein Märchen wahr. Denn seine Karriere begann nicht gerade vielversprechend: Mehrfach wurde Freydank an Filmhochschulen abgelehnt. Anfang der neunziger Jahre arbeitete er zunächst als Cutter und Regieassistent. Vor zehn Jahren gründete er in Berlin seine eigene Firma Mephisto Film und trat zunehmend als Produzent und Drehbuchautor unter anderem für diverse TV-Serien wie "Dr. Sommerfeld", "Mediocopter 117" und "In aller Freundschaft" in Erscheinung. Er drehte Werbefilme für Sprudelwasser, einen prämierten Kinowerbespot über Hanfstreu für Kleintiere und führte daneben Regie bei Off-Theater-Inszenierungen.All dies hatte vor allem ein Ziel - ihn dem Traum vom Filmemachen näher zu bringen. Nach den ersten, zum Teil ebenfalls ausgezeichneten Kurzfilmen ("Dienst", "Notfall", "Glückliches Ende"), brachte nun der knapp 14-minütige Streifen "Spielzeugland" den großen Durchbruch. Der Film, der in den vergangenen Monaten schon mehr als ein Dutzend nationale und internationale Preise einheimste, spielt während der Nazi-Diktatur. In ihm geht es um die Judenverfolgung aus Perspektive eines kleinen Jungen. Nach dem Oscar-Gewinn will Freydank jetzt seinen ersten großen Spielfilm realisieren. Auf der Homepage seiner Firma sind gleich mehrere Vorhaben aufgelistet, darunter "Der Bau" nach einer Erzählung von Franz Kafka. AFP/uf