Nach Angaben des Deutschen Spendenrates sind dabei alle freiwilligen Spenden an gemeinnützige Organisationen, Hilfsorganisationen und Kirchen erfasst, nicht aber die Zuwendungen an politische Parteien.
Besonders älteren Menschen sowie sozial und ehrenamtlich engagierten Bürgern sitzt das Geld für Spenden lockerer als anderen Bevölkerungskreisen. 70 Prozent der Spenden kamen in den ersten sechs Monaten des Jahres von den mehr als 50-Jährigen. Leute zwischen 20 und 39 trugen dagegen nur mit knapp 16 Prozent zum Spendenaufkommen bei. Interessant ist, dass Menschen mit kleinem Portmonee offenbar eher zum Geben bereit sind, als Gut- und Besserverdiener. Rund 40 Prozent des Spendenvolumens gehen auf Privathaushalte mit einem Nettoeinkommen von bis zu 2249 Euro zurück. Auf die Haushalte mit einem monatlichen Einkommen ab 3250 Euro aufwärts entfallen nur knapp 29 Prozent des Spendevolumens.
Das Vertrauen in die Hilfsorganisation geht allerdings stetig zurück. 2005 gab noch jeder fünfte Spender (19 Prozent) Vertrauen als Hauptmotiv an. Im ersten Halbjahr 2007 waren es nur noch neun Prozent. Dafür identifizieren sich die Deutschen immer stärker mit den Zielen der Organisation, für die sie spenden. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) bekennen, dass ihnen das Anliegen der Organisation am Herzen liege. Vor zwei Jahren sagten das nur 58 Prozent.
Die Zahlen bestätigten die Erfahrungen des Deutschen Spendenrates, wonach die Deutschen zunehmend an ihnen bekannte beziehungsweise als seriös bekannte Organisationen spenden würden, meinte Spendenrat-Geschäftsführerin, Daniela Felser, gestern in Berlin. "Damit auch kleinere Organisationen das Vertrauen der Bundesbürger gewinnen können, empfehlen wir diesen eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, die auch eine Bekanntgabe ihrer Jahresberichte einschließt", erklärte Felser.
Das größte Spendenaufkommen verzeichnete der Spendenrat übrigens in den ersten sechs Monaten des Jahres 2005. Damals kamen rund 1,2 Milliarden Euro zusammen. Auslöser war die Tsunamie-Katastrophe in Asien. Insgesamt 9,4 Millionen Bundesbürger waren seinerzeit an den Spendensammlungen beteiligt. Mittlerweile ist ihre Zahl wieder auf durchschnittlich drei Millionen geschrumpft.