Während die Mehrheit der Demonstranten noch eine Sitzblockade in der Warschauer Innenstadt organisierte, warfen vermummte Randalierer Steine auf polnische Polizisten, die beide Demonstrationszüge auseinanderhielten.

Auch von polnischen Skinheads des „Unabhängigkeitsmarsches“ bezog die Polizei Prügel. Die Bilanz: 40 verletzte Polizisten, 210 Festnahmen, darunter mehr als 90 mutmaßliche Gewalttäter aus Deutschland, und schwere Schäden in der Warschauer Innenstadt.

Zu Auseinandersetzungen zwischen rechten und linken Gruppen war es am Unabhängigkeitstag auch in der Vergangenheit schon gekommen. Doch so schwer und unter so massiver ausländischer Beteiligung waren die Krawalle noch nie. Noch am Freitagabend regte Polens Staatspräsident Bronislaw Komorowski Änderungen im polnischen Demonstrationsrecht an, um bei künftigen Ausschreitungen etwa auch die Organisatoren zur Verantwortung ziehen zu können.

Ein Vermummungsverbot müsse her, betonte auch Ministerpräsident Donald Tusk. Zugleich warnte er vor Hysterie: Der Kampf gegen Hooligans und Randalierer dürfe nicht zur Begrenzung von Freiheiten benutzt werden.

Wenig Verständnis äußerten Vertreter aller politischen Gruppen für extra angereiste Krawall-Touristen. Tusk sprach in dem Zusammenhang von „Import-Kämpfern“. Der nationalkonservative Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski zog gar Parallelen zum nationalsozialistischen Deutschland: „Ich meine, dass ein ähnlicher Typ Menschen das System geschaffen hat, das es Adolf Hitler ermöglichte, schreckliche Verbrechen zu begehen.“