"Millionen Menschen in der ganzen Welt sind von Not und Elend bedroht, wenn wir den Klimaschutz jetzt nicht entschieden verstärken", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem Pressebericht. Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) verlangte mehr Energieeffizienz, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. Der frühere Direktor des UN-Umweltprogramms (Unep), Klaus Töpfer, rief die Industriestaaten zu einem gemeinsamen Handeln mit den Entwicklungsländern auf.
Merkel kündigte an, das Thema Klimaschutz werde "eine herausragende Bedeutung" während der deutschen Präsidentschaften von EU und G8 haben. Die Kanzlerin forderte eine Vorreiterrolle der EU, um für das Kyoto-Protokoll "zu einem guten Nachfolgeabkommen zu gelangen". Auch die USA sollten eingebunden werden. "Wenn die Schäden erst eingetreten sind, werden die Kosten ungleich höher liegen, als wenn wir jetzt gemeinsam in den Klimaschutz investieren", warnte Merkel. Insofern sei Klimaschutz "gleichermaßen ein Beitrag zum Umweltschutz wie zur Förderung der deutschen und europäischen High-Tech-Industrie".
Gabriel erklärte, die Klimakonferenz müsse eine Antwort darauf geben, wie Schwellen- und Entwicklungsländer Wirtschaftswachstum mit Klimaschutz verbinden könnten. "Erst wenn wir das geschafft haben, wird es uns gelingen, zu einem Kyoto-Folgeabkommen zu kommen. "Dabei würden von den Industrienationen Hilfsangebote und beispielhaftes Verhalten verlangt. In Europa lasse sich durch mehr Wärmedämmung und mit besseren Motoren "doppelt so viel CO 2 einsparen und gleichzeitig auch noch 100 Milliarden Euro im Jahr". (AFP/ta)