Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) versicherten gestern, man bemühe sich weiter intensiv, die Geiseln unversehrt freizubekommen.

Gerüchte und Spekulationen
Die ARD hatte unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise berichtet, dass es indirekte Lebenszeichen der beiden Geiseln gebe. Die Bundesregierung wollte diese Angaben weder bestätigen noch dementieren. Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler (SPD), sagte, man habe zwar in der Tat "keine Hinweise auf irgendeine Katastrophe". Allerdings könne er zu den "Gerüchten und Spekulationen" nicht weiter Stellung nehmen. "Sie helfen uns leider nicht weiter", sagte Erler.
Nach ARD-Informationen soll die Geiselnahme keinen politischen, sondern einen kriminellen Hintergrund haben, bei der es im Kern um Lösegeldforderungen gehe. Jedoch gebe es weiterhin keinen Kontakt zu den Entführern, was die Sache kompliziere. Je länger solche Geiselnahmen allerdings dauerten, umso optimistischer - "mit aller Vorsicht allerdings" - könne man sein, hieß es. Bundeskanzlerin Merkel versicherte: "Der Krisenstab tut alles, um das Leben der beiden Geiseln zu retten."
Außenminister Steinmeier betonte ebenfalls, die Bundesregierung unternehme alles Menschenmögliche, um die beiden wieder in Freiheit zu wissen. Der Krisenstab tage rund um die Uhr. Einzelheiten dazu müssten allerdings geheim bleiben. Es geschehe "zum Schutz der Entführten", wenn keine Details öffentlich würden.
Zum dritten Jahrestag des Beginns des Irak-Krieges im März 2003 hatten am Montagabend rund 400 Leipziger an die beiden Geiseln erinnert. Die zwei aus Sachsen stammenden Ingenieure waren am 24. Januar in der nordirakischen Stadt Beidschi verschleppt worden. Beide arbeiten für die deutsche Firma Cryotec. Sie waren an einem Projekt zur Erzeugung von Stickstoff als Schutzgas für chemische Prozesse in einer Raffinerie beteiligt.

Neue Gewaltausbrüche
Im Irak eskalierte gestern erneut die Gewalt. Extremisten befreiten 45 Gesinnungsgenossen aus einem Polizeigefängnis und töteten dabei 17 Polizisten. Nach Polizeiangaben wurden sieben weitere Beamte verletzt, als die Angreifer mit Handfeuerwaffen und Panzerfäusten das Polizeirevier von Makdadija stürmten.
Der sunnitische Rat der Religionsgelehrten nahm den dritten Jahrestag des Beginns der Invasion zum Anlass, um alle Iraker zum Widerstand gegen die ausländischen Truppen aufzurufen.
US-Präsident George W. Bush hat es gestern bei einer Pressekonferenz in Washington trotzdem abgelehnt, sich auf einen kompletten Abzug der US-Truppen aus dem Land bis zum Ablauf seiner Amtszeit Anfang 2009 festzulegen.