Gehen die Kinder in Deutschland gerne zur Schule?
Die überwiegende Mehrheit ja. Und der Nachwuchs hat eine positive Einstellung zum Lesen, zur Mathematik und zum Sachunterricht. Laut Studie sind die Kinder sogar im Vergleich zu früheren Jahren motivierter und selbstbewusster geworden. Darüber hinaus lesen auch immer mehr gerne in ihrer Freizeit. Nie außerhalb der Schule lesen nur noch elf Prozent.

Wirkt sich die positive Einstellung zum Lesen auf die Ergebnisse aus?
Ja und Nein. Auf der einen Seite sind die Leistungen der Grundschüler weiter überdurchschnittlich, im internationalen Vergleich landen sie im oberen Drittel. Deutschland liegt auf Augenhöhe mit den Niederlanden, Tschechien, Schweden und Italien, aber hinter Hongkong, Russland, Singapur, den USA oder England. 45 Staaten nahmen an dem Vergleich teil, insgesamt sind zehn Staaten besser. Vergleicht man jedoch auf der anderen Seite die zwei Iglu-Erhebungen aus den Jahren 2001 und 2006 mit der aktuellen aus 2011, so zeigt sich: Die Grundschüler konnten ihr Leistungsniveau nicht weiter verbessern. Besonders Sachtexte fallen den Kindern schwer.

Wie sieht es in Mathematik und Sachkunde aus?
Auch in Mathematik und Sachkunde liegen die deutschen Schüler im oberen Drittel. Ihre Leistungen haben sich hier ebenfalls im Vergleich zu der Studie von 2007 kaum verändert. 13 Staaten erzielten in Mathematik deutlich bessere Testleistungen als Deutschland, darunter Belgien, Finnland, England, die Niederlande und Dänemark. Vorne liegen Singapur, Korea, Taiwan und Japan. Bei den Naturwissenschaften führen Südkorea, Singapur, Finnland und Japan. Besser als Deutschland sind auch Österreich, Holland und England. 50 Staaten nahmen an der Timms-Untersuchung teil.

Weshalb sind deutsche Grundschüler nicht spitze?
Nach Expertenansicht muss dafür die individuelle Förderung weiter kräftig ausgebaut werden, insbesondere mit Blick auf das Ganztagsangebot. Denn im internationalen Vergleich erreicht nur ein eher geringer Teil der deutschen Grundschüler das höchste Kompetenzniveau. "Wir vergeuden unsere Talente an dieser Stelle", so die Bildungsforscher. Außerdem erzielen nach wie vor Kinder aus sozial besser gestellten Familien höhere Leistungen. "Ein Kind von einem Professor oder einem Chefarzt hat eine 4,7-fache Chance zur Gymnasialempfehlung im Vergleich zu einem Facharbeiter."