Das Gericht gab der Berufung eines Deutschen statt, dessen in Tschechien erteilte Fahrerlaubnis von den deutschen Behörden nicht anerkannt wurde. Ein Führerschein dürfe nach EU-Recht zwar nur von dem Mitgliedstaat ausgestellt werden, in dem der Führerscheinbewerber seinen ordentlichen Wohnsitz habe. Die Mitgliedstaaten seien aber zur gegenseitigen Anerkennung der Führerscheine verpflichtet (Az.: 10 A 11244/09.OVG). Wenn ein deutscher Besitzer eines tschechischen Führerscheins keinen Wohnsitz in Tschechien habe, sei das allein kein Grund für die Ungültigkeit des Führerscheins, hieß es am Donnerstag zur Begründung. Eine Nichtanerkennung käme nur dann in Betracht, wenn dem Deutschen zum Zeitpunkt der Führerscheinausstellung in Tschechien seine deutsche Fahrerlaubnis entzogen worden wäre. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Lausitzer Fahrschulen reagierten gelassen. "Ich glaube nicht, dass es nun vermehrt dazu kommt, dass Menschen beispielsweise ins benachbarte Polen gehen, um dort ihren Führerschein zu machen", sagte Dietmar Zimmermann, zweiter Vorsitzender des brandenburgischen Fahrlehrer-Verbandes, der RUNDSCHAU auf Nachfrage. "Die Kosten für Fahrunterricht können in Polen durchaus gleich hoch oder gar höher als in Deutschland sein", so der Lübbener. Auch Fahrlehrer aus den grenznahen Städten Weißwasser und Guben sehen nach dem Urteil keine zusätzliche Konkurrenz im Nachbarstaat aufkommen. Eig. Ber./mis/ddp