Wenige Tage vor dem regulären Start feiert die Deutsche Bahn die neue ICE-Trasse zwischen Erfurt, Leipzig und Halle. Dazu wird am Mittwoch neben Bahnchef Rüdiger Grube auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Leipziger Hauptbahnhof erwartet.

Zuvor schickt das Unternehmen in Sonderfahrten aus Erfurt und Halle zwei nach diesen Städten getaufte ICE auf die Strecke. Die Schnellzüge sollen mit dem Fahrplanwechsel von Sonntag an regulär auf der neuen Trasse fahren.

Reisen zwischen Erfurt und den Städten Leipzig und Halle verkürzen sich dann laut Bahn um 30 bis 45 Minuten. Gefeiert wird die Inbetriebnahme der 123 Kilometer langen und rund 2,8 Milliarden Euro teuren Trasse am Mittwoch schon.

Die offizielle Genehmigung für die kommerzielle Inbetriebnahme steht hingegen weiterhin aus, wie ein Bahnsprecher am Montag sagte. Das zuständige Eisenbahnbundesamt teilte mit, es gehe davon aus, die Neubaustrecke noch rechtzeitig genehmigen zu können.

Ärger hatte es zuletzt im Sommer wegen der sechs Brücken auf der neu gebauten Trasse gegeben. Die Bahn wendete das neuartige Verfahren der sogenannten festen Fahrbahn an. Das Eisenbahnbundesamt verweigerte die allgemeine Zulassung. Die Bahn besserte mit zusätzlichen Betonklötzen zur zusätzlichen Stabilisierung an den Gleisen nach.

Unabhängige Gutachter bescheinigten nach Unternehmensangaben Ende November, dass die Fahrbahn sicher ist.

Die neu gebaute Strecke Erfurt-Leipzig/Halle ist Teil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit 8. Ab 2017 soll die Aus- und Neubautrasse zwischen Nürnberg und Berlin durchgängig befahrbar sein. Sie war bereits Anfang der 1990er-Jahre geplant worden und sollte ursprünglich bereits zur Jahrtausendwende fertig sein. Streit um den Trassenverlauf, ein mehrjähriger Baustopp und die stockende Finanzierung des Projektes verzögerten die Fertigstellung.