Die Nachricht, dass der Bundestag Anspruch hat auf EU-Dokumente auf Deutsch, war schon ein paar Tage in der Welt, als der europapolitische Sprecher der sächsischen AfD-Landtagsfraktion, André Barth, Wind davon bekam. Als der in der "Süddeutschen Zeitung" las von ganzen 1202 Dokumenten-Anlagen "in Fachenglisch", die die Brüsseler Brieftaube allein in der vergangenen Legislatur über Berlin abwarf, packte ihn das kalte Grausen. "Bereits seit zwei Jahren hat der Bundestag die Regierung aufgefordert, die Diskriminierung der deutschen Sprache zu beenden", empört sich Barth. Aber ach, so schnell schießen die Preußen eben nicht. Lieber fressen sie zufrieden das, was ihnen fremde Mächte vorsetzten. Wo soll das enden? Sollen bald königlich-sächsische Vatermörderkragen "yes" und "no" sagen? Soll die Blüte der deutschen Jugend zu Affenmusik tanzen, die der Staatsratsvorsitzende nicht versteht?

Dabei, rechnen wir mal nach: 82,5 Millionen Deutsche gehören zu Europa. Plus neun Millionen Österreicher. Plus acht Millionen Schweizer (auch wenn die lieber ihr eigenes Ding machen). Macht so etwa 100 Millionen, sagen die Rechenmurmeln. Deutsche Muttersprachler stehen an Rhein, Elbe und Donau. Sie halten Wacht unten in Süd-Tirol, sie verteidigen die Niederlande gegen das Meer und sie bebauen die fetten Böden von Lothringen, auch wenn das den Franzmännern nicht passt. "Deutsch ist somit die meistgesprochene Sprache innerhalb Europas", tönt der Barth und sattelt sogleich die Ackerliese. Wenn die Quasselbude in Berlin auf Mitspracherechte innerhalb der EU verzichtet, anstatt diesen Froschessern und Kanalpiraten Schriftsätze in sauberem Deutsch abzuzwingen - wir nicht! Also auf denn, lasst uns die "nicht nachvollziehbare Diskriminierung der deutschen Sprache sofort beenden"! Das wird denen in Brüssel eine Lehre sein.