Als Joint Investigation Team (JIT) bezeichnet die Polizei ihre Kooperation über die Staatsgrenzen hinaus. JIT-Teams werden immer dann gebildet, wenn es gilt, große Verbrechensserien aufzuklären. Brandenburg und Polen haben dies mitterweile drei Mal getan. Das dritte JIT läuft derzeit noch. es geht gegen eine Bande von Lkw-Dieben aus dem Großraum Lodz in Polen.

Der zweite JIT wurde gerade abgeschlossen. Mit einer letzten Beratung in Frankfurt (Oder) haben die Ermittler aus Deutschland und Polen in der vergangenen Woche Bilanz gezogen. Insgesamt wurden durch die Ermittler 19 Tatverdächtige aus Polen identifiziert. "Dieser Bande aus dem Raum Gorzów Wielkopolski werden 92 vollendete und versuchte Diebstähle, vorwiegend von Kleintransportern des Typs Mercedes Sprinter sowie des baugleichen VW Crafter angelastet", so Polizeisprecher Mario Heinemann. Es entstand ein Schaden von rund zwei Millionen Euro.

Seit März 2015 hat die Ermittlungsgruppe grenzübergreifend gearbeitet. Sechs Täter konnten seitdem aufgrund von Anklagen der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) in der Folge im November 2015 durch das Landgericht Frankfurt (Oder) sowie - nach einer Festnahme in Polen bereits im Rahmen des JIT - im August 2016 durch das Landgericht Neuruppin zu Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren und vier Monaten verurteilt werden.

Weitere Ermittlungen führten zu Verhaftungen in Polen und Großbritannien.Gegen zwei von vier dieser Tatverdächtigen hat die Staatsanwaltschaft zwischenzeitlich Anklage erhoben. Dem vermutlichen Chef dieser Teilgruppierung werden hierbei 62 Taten vorgeworfen. Der Prozess soll in Kürze beginnen.

Resultat der gemeinsamen Ermittlungen im JIT war laut Polizei auch die Aushebung von drei illegalen Werkstätten in Polen, in denen mindestens 50 zuvor in Deutschland gestohlene Fahrzeuge zerlegt worden waren.