Fast zwei Jahre ist es her, dass im ehemaligen Cottbuser Gefängnis - dem heutigen Menschenrechtszentrum (MRZ) - eine Dauerausstellung eröffnet wurde. Seither hat die Schau für ihre inhaltliche und gestalterische Umsetzung viel Lob erfahren, wie die Geschäftsführende Vorsitzende des MRZ e.V. Sylvia Wähling der RUNDSCHAU bestätigt.

Seit Mittwochabend nun schlägt sich diese Anerkennung auch in einer Ehrung nieder. Die Macher des Studio Syntop aus Berlin wurden mit einem Brandenburger Designpreis geehrt. Sie gewannen in der Kategorie Interfacedesign den ersten Preis. Die Jury hat die räumlich-mediale Vermittlung des Themas Menschenrechte in der Schau "Karierte Wolken - politische Haft im Zuchthaus Cottbus 1933-1989" als herausragend bewertet. Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) überreichte den Preis im Potsdamer Nikolaisaal - auch zur Freude des Teams um Sylvia Wähling.

Die stillgelegte JVA Cottbus, ehemals Ort der Unterdrückung politischer Gefangener, wird von ehemaligen Insassen als Informationszentrum und Gedenkstätte betrieben. Mit der Dauerausstellung gelingt dem Studio Syntop, so die Jury, "das Zusammenspiel von expressiver Architektur, Grafik und narrativem Medieneinsatz". Es werde ein persönlicher Zugang zum Thema der Menschenrechte und derer Missachtung durch stetige Verknüpfung mit der Lebensrealität der Besucher vollzogen. Gelungen ist dies dem Spezialisten für Erinnerungsräume und authentische Orte Rainer Lendler, Jens Wunderling und Patrick Kochlik (interaktive Installationen) sowie Daniel Tibi (Informationsvisualisierungen).

Insgesamt hatte Minister Gerber zwölf Preise in vier Kategorien mit einem Preisgeld von 20 000 Euro vergeben. "Design - das ist mehr als nur die ,Verpackung‘", sagte er in der Festrede. Design spiele im weltweiten Wettbewerb heute eine ebenso große Rolle wie Inhalt und Qualität eines Produktes. "Was gut aussieht und so gestaltet ist, dass es gut zu handhaben ist, verkauft sich auch besser", hob der Minister hervor und fügte hinzu, dass sich die Designszene in Brandenburg zu einem beachtlichen Wirtschaftsfaktor entwickelt habe.

Zu den Nominierten hatten auch das Forschungsprojekt "autartec® - FreiLichtHaus" mit dem Metallbauer Thomas Wilde aus Finsterwalde-Massen sowie "Reiss Uni Panel und Paravent" (Horn/Majewski für die Reiss Büromöbel GmbH Bad Liebenwerda) gehört. Sie kamen diesmal nicht unter die Preisträger.