Und mancher in der Koalition hofft, dass unter der kanarischen Sonne der Zorn des Generals auf SPD-Regierungschef Matthias Platzeck verraucht. Schönbohms Ärger sitzt tief, nachdem Platzeck mit einem rot-roten Regierungsbündnis drohte. Doch konnte sich Platzeck überhaupt sicher sein, dass die PDS nahtlos ins Boot käme? Tatsächlich hatten Sozialdemokraten, wie ein Spitzen-Genosse in kleiner Runde gestand, bei der PDS vor der entscheidenden Kabinettssitzung sondiert, ob sie für den Fall der Fälle zur Verfügung stünde. Das Signal sei eindeutig gewesen, hieß es: keine Tolerierung. U llrich Junghanns, seit einigen Monaten im Amt befindlicher CDU-Wirtschaftsminister, bemüht sich ganz diskret um einen neuen Staatssekretär. Schon sein Vorgänger Wolfgang Fürniß wollte den Amtsinhaber Wolfgang Vogel loswerden. Der habe das Haus nicht im Griff, heißt es in Regierungskreisen. Doch die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich offenbar schwierig. So hat Junghanns jetzt zwar bei Vize-Präsident Richter von der Oberfinanzdirektion Cottbus angefragt, die ohnehin mit der Berliner OFD fusioniert werden soll. Doch der, so wollen Ministeriale wissen, schreckt aus Sorge vor der ungewissen Zukunft - die Legislaturperiode endet bereits 2004 und die Zeit ist zu kurz für Pensionsansprüche - vor dem Ruf zurück. Junghanns wiegelt offiziell ab. Vor lauter Kriseneinsätzen sei er "noch gar nicht dazu gekommen, Personalentscheidungen zu treffen". A uch der Landtag will einen lukrativen Posten neu besetzen - und sucht einen neuen Direktor (Monatsgehalt 7200 Euro). Obwohl das Parlament für seinen familiären Umgang und einen eher ruhigen Lauf der Dinge bekannt ist, liest sich die jetzt im Amtsblatt veröffentlichte Stellenanzeige, als wolle Landtagspräsident Herbert Knoblich (SPD) für die 115-köpfige Landtagsverwaltung einen Top-Manager anwerben: Gewünscht wird eine "souveräne und durchsetzungsfähige Persönlichkeit" mit "ausgewiesener Kommunikationsfähigkeit" und einem hohen Maß an "politischer Sensibilität". Sie müsse "bereit und fähig sein, moderne Managementmethoden anzuwenden". "Gelassenheit und eine angemessene Portion Humor" wären zudem hilfreich. Im Landtag munkelt man allerdings, dass dies weniger e ine Ausschreibung, als vielmehr eine Personenbeschreibung eines von Knoblich haus intern ins Auge gefassten Kandidaten sei.