Hintergrund: Immer weniger Einwohner, die zudem sehr sparsam mit dem kühlen Nass umgehen, so das Umweltministerium. Einer Umfrage zufolge führt dies bei den Verbrauchern in der Regel aber nicht zu niedrigeren Abgaben fürs Wasser. Da die Entgelte zu rund 80 Prozent durch Fixkosten bestimmt werden, kann über einen niedrigeren Wasserverbrauch kaum eine Senkung des Wasserpreises erreicht werden, so das Ministerium.

Dieser Trend habe auch negative Folgen für das Leitungsnetz, erklärte Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Weniger Wasserverbrauch bedeute, dass das Trinkwasser länger im Leitungssystem verbleibt. Über längere Standzeiten kann es dann zur Wiederverkeimung des Wassers kommen, erklärte ein Ministeriumsexperte.

Auch auf der Abwasserseite komme es zu Schwierigkeiten. "Die Leitungen werden nicht mehr richtig durchgespült. Es entstehen Ablagerungen", erklärte Weyland. Schweb- und andere Stoffe, die sich zu Rückständen verdichten, greifen dann die Rohre von innen an. Die Folge hiervon ist, dass Leitungsnetze brüchig werden und Rohrleitungsstränge ausgetauscht werden müssen. Zudem komme es schon im Leitungsnetz zu Fäulnisprozessen. Geruchsbelästigungen für Anwohner sind die Folge, so Weyland. Der Wasserversorger ist gezwungen, einzugreifen. "Viele spülen deshalb in regelmäßigen Abständen ihr Leitungs- und Kanalnetz."