Der Anteil der Waldfläche ohne Schäden ist laut Umweltministerium genauso groß. Minister Steffen Flath (CDU) verlegt sich dennoch darauf, von einer „langsamen und steten Verbesserung des Waldzustandes“ zu sprechen. Im Jahr 1991 umfassten die deutlichen Schäden nämlich noch 27 Prozent der Waldfläche. Mit Ausnahme von 1999 blieb der Anteil seit 1995 unter 20 Prozent. „Die positive Entwicklung in den vergangenen zwölf Jahren ist nachweisbar“, reagierte der Minister zugleich mit Unverständnis auf die Kritik von Naturschützern.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte bereits vor der Präsentation des Waldzustandsbericht seinen Wert in Frage gestellt. So würden etwa Flächen, auf denen der Wald vollständig kaputt sei, in der Regel überhaupt nicht mehr erwähnt, sagte Landesgeschäftsführer Ulrich Krößlin. Bei einer ehrlichen Statistik müsste jedoch immer von einer festen Flächengröße und einem gleichen Betrachtungszustand ausgegangen werden. Weil im Freistaat ein Defizit an Waldfläche bestehe, müsse künftig eher aufgeforstet statt abgeholzt werden, betonte Krößlin.
Am Ziel, den Anteil des Waldes von derzeit 28 Prozent an der Landesfläche schrittweise zu erhöhen, will auch Flath festhalten. Ziel bleibe ein Wert von 30 Prozent, der bei Beibehaltung des bisherigen Tempos in etwa
70 Jahren zu erreichen sei. Ein entscheidendes Argument dafür ist dem Minister durch das August-Hochwasser regelrecht in die Hände gespült worden. Standen bislang eher waldarme Gebiete im Freistaat im Mittelpunkt seiner Bemühungen, so sollen sich diese künftig verstärkt auf Gebiete wie beispielsweise das Osterzgebirge konzentrieren. Flath begründet dies mit dem Vermögen des Waldes, Bodenerosion zu verhindern und den Wasserabfluss zu verzögern.
Dass der Weg zu mehr und zu weniger krankem Wald trotzdem nicht einfach sein wird, weiß Flath. Unter Verweis auf die zu erwartende Zunahme des Verkehrsaufkommens sieht er in jedem Fall „zusätzlichen Stress“ auf den Wald zukommen. Zugleich stellt er die Frage, ob es gerade beim Güterverkehr immer der Lkw sein müsse. Der Deutschen Bahn attestiert der Minister in dieser Beziehung eine unrühmliche Rolle seit der Wende. Sie habe sich immer mehr zurückgezogen und sächsische Firmen geradezu zum Verlassen des Schienenweges ermutigt. Künftig könne er sich deshalb auch private Betreiber für den Güterschienenverkehr vorstellen, fügte Flath hinzu.