“Die Luft, die wir atmen, Nahrung, Wasser und Medizin, das alles hängt von Wäldern ab„, erklärt IUCN-Generaldirektorin Julia Marton-Lefèvre. “Das internationale Jahr der Wälder 2011 muss das Jahr werden, in dem die Welt die besondere Bedeutung gesunder Wälder für das Leben auf der Erde endlich wahrnimmt.„ Wälder, die derzeit noch fast ein Drittel (31 Prozent) der Landoberfläche bedecken, sind die produktivsten Landökosysteme. Vier von fünf aller an Land lebenden Arten kommen in Wäldern vor. Außer für Biodiversität und Bodenschutz spielen die Wälder eine der wichtigsten Rollen im Gefüge des Weltklimas, weil sie große Mengen Kohlenstoff in ihrer Biomasse binden. Vierzig Prozent des Sauerstoffs wird zudem in Wäldern erzeugt, indem das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid durch Photosynthese umgewandelt wird.

“Das Investment in Wälder bietet die schnellsten, günstigsten und größten Möglichkeiten, den Treibhauseffekt zu bekämpfen„, sagt der IUCN-Direktor Stewart Maginnis. Wenn durch Aufforstung und Waldschutz die Hälfte der Treibhausgasemissionen eingespart würde, kämen globale volkswirtschaftliche Ersparnisse von 3,7 Billionen US-Dollar zusammen, hat Maginnis berechnet. Auch die wirtschaftliche Bedeutung von Wäldern wird oft unterschätzt. So stammt mehr als ein Viertel aller Medikamente aus Wirkstoffen, die tropischen Waldpflanzen entstammen - geschätzter Wert: 108 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Wirtschaftlich unentbehrlich sind Wälder auch für die gut 300 Millionen Menschen, die in ihnen leben.

Die größte Herausforderung für die Waldschützer ist es, den Raubbau durch großflächige Abholzung zu verhindern. So gehen für die Beschaffung von Brennholz in Entwicklungsländern und die Anlage von Plantagen große Waldflächen verloren. Dies hat in halbtrockenen Klimazonen zunehmende Verwüstung zur Folge. Insgesamt geht den UN zufolge jährlich eine Fläche von 13 Millionen Hektar Wald verloren, das entspricht der Fläche der neuen Bundesländer.