Wenn man Böhmermann fragt, was ihn aufregt, dann sagt er laut "Zeit Magazin": "Ignoranz, Ungerechtigkeit und grundlose Angst." Er spreche von sich als "mehrfacher Vater mit einem unerschütterlichen Wertekompass". Was Details zu seinem Privatleben angeht, hält er sich bedeckt.

Für seinen Rundfunkbeitrag will der überzeugte Öffentlich-Rechtliche "nicht nur folkloristische Lokalberichterstattung" oder "die singende Sagrotan-Flasche Helene Fischer sehen". Sein Ansatz: "Zur Not muss man das Programm, das man sich wünscht, eben selber machen."

Während er Günther Jauch und Stefan Raab weniger schätzt, ist Böhmermann ein Bewunderer von Harald Schmidt: "Er ist ein Pionier für intelligentes Fernsehen. Damit hat er Klaas Heufer-Umlauf, Olli Schulz und mir den Weg geebnet. Bevor Schmidt kam, war alles andere Klamauk."

Jan Böhmermann wurde am 23. Februar 1981 in Bremen geboren. Nach dem Abitur war er Reporter bei der Lokalzeitung und bei Radio Bremen. In Köln studierte er Geschichte, Soziologie und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, brach nach wenigen Semestern jedoch ab.

Er kam zum WDR-Radiosender 1Live. Ab 2009 war Böhmermann Mitarbeiter bei der Late-Night-Show "Harald Schmidt" im Ersten, später machte er mit Charlotte Roche die provokante ZDFkultur-Talkshow "Roche & Böhmermann", in der geraucht und Whisky getrunken wurde.

Es folgte das Grimme-Preis-ausgezeichnete "Neo Magazin" (ZDFneo), das seit Anfang Februar "Neo Magazin Royale" heißt und in Zweitausstrahlung auch im Hauptprogramm des ZDF läuft.