Doch 2014 darf die Stuttgarter Staatsgalerie das machen, was zuletzt unmöglich war: Heute vor 125 Jahren wurde Oskar Schlemmer in Stuttgart geboren. Und im Jahr nach dem 70. Todestag erlöschen Urheberrechte - der Weg für eine Retrospektive ist frei.

Oskar Schlemmer gilt als einer der vielseitigsten Künstler des 20. Jahrhunderts, seine Werke erzielten bei Auktionen von Doyle oder Sotheby's Millionensummen. Er arbeitete nicht nur als Maler und Bildhauer, sondern auch als Bühnengestalter und Choreograf .

4. September 1888: Oskar Schlemmer ist das jüngste von sechs Geschwistern, sein Vater ist Kaufmann und Komödiendichter. Nach dem frühen Tod seiner Eltern wächst er bei seinen Schwestern auf. Aus finanziellen Gründen verlässt er mit 15 Jahren die Schule, macht eine Lehre in einer Intarsienwerkstatt. 1906 wird er an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart aufgenommen und ist seit 1912 Meisterschüler von Adolf Hölzel (1853-1934). Der Architekt Walter Gropius (1983-1969) ruft ihn 1920 als Lehrer ans Bauhaus. Dort leitet Schlemmer die Werkstatt für Steinbildhauerei und Wandmalerei, gibt Unterricht im Aktzeichnen.

1922 wird Schlemmers "Triadisches Ballett" in Stuttgart uraufgeführt, das heute als "getanzte Mathematik" beschrieben wird. Schlemmer thematisiert in seinen Werken vor allem die Stellung der menschlichen Figur im Raum, dargestellt als eine typisierte Figurine. 1932 malt er "Die Bauhaustreppe", die im Museum of Modern Art in New York hängt und Schlemmer weltweit bekannt machte.

Schlemmers erste große Werkschau in Stuttgart wird 1933 von den Nazis noch vor der Eröffnung geschlossen. Ein fruchtbares Künstlerleben endet abrupt. Er zieht sich nach Süddeutschland zurück und stirbt 1943 .