Und dochist es in diesem Jahr mit dem Reisen anders. Die Aussteller ausder Mittelmeerregion von Türkei bis Ägypten erleben diesmalkeinen Besucherstress. Auch an den Ständen der meistenÜberseereiseziele geht es ruhig zu. Südafrika und Kuba sind dieAusnahmen - nur hier staut es sich an den Informationsschaltern.
Peter Dressler, ein Berliner Taxifahrer, sagt, was die meistendenken: „Für den Sommerurlaub habe ich noch keine Pläne. Erst malabwarten, wie die Sache mit dem Irak abgeht. Und was hier zuLande noch an Kosten auf uns zukommt. In solchen Zeiten muss esnicht eine Fernreise sein; schon gar nicht eine Flugreise. Ichbin mir ziemlich sicher - diesen Sommer verleben wir irgendwo inDeutschland.“
Die Besuchermengen in den Hallen mit den deutschenUrlaubsofferten bestätigen diese Meinung. Dr. Holm Große,Geschäftsführer der Marketing-GesellschaftOberlausitz-Niederschlesien mbH, muss immer wieder neueProspektstapel für Radwandertouren auspacken lassen. Mit demdruckfrischen Prospekt „Wassermann und Karpfen blau“ , in dem dielandschaftlichen und kulinarischen Kostbarkeiten derOberlausitzer Heide- und Teichlandschaft beschrieben werden, gehtes nicht anders. Und noch einen Trend spürt Holm Große bei denBesuchern am Stand: Städtetourismus ist gefragt, drei vier TageUrlaub zwischendurch. „Mit Bautzen haben wir da einhervorragendes Angebot. Historie, Kultur und in der Umgebung derStadt Wandermöglichkeiten zu Fuß oder mit dem Rad sind genau dierichtige Mischung.“
Zufriedene Miene auch bei Kerstin Bittner, die denFremdenverkehrsverband Anhalt-Wittenberg auf der ITB vertritt.„Das Interesse für Ferien im Lande ist rapide gewachsen. Bei unslaufen die Angebote für das Wörlitzer Gartenreich wie aufsprichwörtlicher Seide. Großes Interesse auch an Paddeltouren aufder Elbe. Und Kunstliebhaber sind begeistert vom Angebot, ineiner Annaburger Porzellanfabrik die Ferien mit einem Lehrgang imPorzellanmalen zu verbinden.“
Die Niederlausitzer Touristiker bieten etwas Spezielles undkommen damit gut an auf der ITB. Auf einer 40 Kilometer langenRadtour durch die Felder der Agrargenossenschaft Wiednitz kannman Halbedelsteine suchen und - wenn man fündig wird - dieseAchate auch gleich schleifen lassen.
Am Spreewaldstand gibt es viel Interesse für eine neu aufgelegteSpreewaldtour, bei der man vorn Ort zu Ort auf dem Kahn reist.Und die neue touristische Idee, im Frühjahr zu einemLaufwochenende nach Burg einzuladen, hat offensichtlich den Nervder ITB-Besucher getroffen: Wer möchte, kann die Kilometer auchper Rad oder wandernd bewältigen.
Man ist aktiv, erlebt etwas Neues und das alles quasi vor derHaustür. Urlaub, wie er in diesem Jahr offensichtlich im Trendist.