“ Vor 125 Jahren, am 16. Oktober 1886, wurde der „Vater Israels“ geboren.

Schon mit 20 Jahren führte ihn seine Überzeugung für die zionistische Sache nach Palästina. Als über vier Jahrzehnte später sein Traum von einem eigenen Staat Wirklichkeit wird, ist die Freude nur von kurzer Dauer. Es folgen Jahre des Krieges mit den arabischen Nachbarn.

Geboren als David Grün im polnischen Plonsk, wurde Ben Gurion die Begeisterung für die zionistische Bewegung quasi in die Wiege gelegt. Schon sein Vater Avigdor ist ein glühender Verehrer Theodor Herzls, des zentralen Vordenkers eines modernen Judenstaates. In Palästina angekommen, ändert David seinen Namen in Ben Gurion (Löwensohn). Es folgen ein Jurastudium in Istanbul, die Ausweisung 1915, die Weiterreise nach New York und die Rückkehr nach Palästina 1918.

Die zionistische Idee treibt ihn an. Er gründet die sozialistische Arbeiterpartei Mapai und beteiligt sich am Aufbau der Haganah, des militärischen Arms des Zionismus in Palästina. Die jüdische Einwanderung nach Palästina und die Gründung jüdischer Siedlungen bleiben seine Themen, als er den Vorsitz der Jewish Agency (1935) und der zionistischen Weltorganisationen (1944) übernimmt.

An Visionen mangelt es dem Staatsgründer nicht. Ein „Licht unter den Nationen“ sollte Israel werden; ein sozialer Staat mit hohen moralischen Ansprüchen, das „auf den beiden Grundsteinen 'Land und Buch' – dem herrlichen Land und der Heiligen Bibel“ beruht und dessen Gesellschaft und Verwaltung vom biblischen Gebot der Nächstenliebe geformt wird.

Ben Gurion zieht es erstmals 1953 in die Wüste. Er siedelt sich im Kibbuz Sede Boker an. Nur gut ein Jahr dauert dieser erste Rückzug aus der Politik: Nach einem kurzen Gastspiel als Verteidigungsminister wird er 1955 erneut Premier. Ein zweites Mal zieht sich der „Löwensohn“ 1970 in sein Wüstenkibbuz zurück. Am 1. Dezember 1973 stirbt David Ben Gurion.