Doch damit ist nun Schluss, denn die Hobbygärtnerin erfand den Tomatenhut.
Ines Kunz schwört auf die gute Gartentomate. Bei der normalen holländischen Tomate stimmt sie mit der landläufigen Meinung überein, dass dies die edelste Art ist, Wasser zu verkaufen. Deshalb hat sie Jahr für Jahr nicht nur zwei, drei Tomatenpflanzen, sondern zwanzig, dreißig. Die Folge: Monatelang bestimmt die Tomate den häuslichen Speiseplan. Oder auch nicht. Nämlich immer dann, wenn die Braunfäule die Ernte vermiest. "Und das passiert häufig, weil bei uns der Mai und Juni meist zu feucht ist", musste die Tomaten-Vielesserin die Erfahrung machen. Deshalb befolgte sie so manch einen Ratschlag, der in diversen Büchern für Kleingärtner gegeben wurde.
"Ich behandelte die Pflanzen mit einer speziellen Kupferlösung. Aber dabei beschlich mich ein schlechtes Gefühl, weil Chemie sonst in meinem Garten nichts zu suchen hat. Dann baute ich über jede Tomatenpflanze ein spezielles Dach aus Folie", erzählt die Baustoffhändlerin. Auch damit war sie unzufrieden. Nicht nur, dass dies eine Beleidigung für ihr botanisches Auge war.
Viel schlimmer wog, dass die Tomatenpflanze nur noch wenig Licht und so gut wie keinen Regen mehr abbekam und zusätzlich wieder gewässert werden musste. Ein Teufelskreis, den Ines Kunz unbedingt durchbrechen wollte. Nach dreijähriger Hobby-Forschungs- und Entwicklungsarbeit ist ihr dies nun gelungen.
Sie setzt einfach jeder einzelnen Tomatenpflanze einen Hut auf. "Er hat die Form einer im Durchmesser etwa 50 Zentimeter großen Schale und besteht aus grünem lichtdurchlässigen Kunststoffspritzguss", erklärt die Erfinderin. "Am tiefsten Punkt der Einwölbung befindet sich ein Auslauf, an den ein zirka 1,2 Meter langer Schlauch angeschlossen wird. Dieser leitet das Regenwasser direkt an die Pflanze heran." Der etwas andere Hut kann auf jedem herkömmlichen Holz- oder Kunststoffstab mit einem Durchmesser von 20 bis 25 Millimeter befestigt werden. Ein paar Löcher darin sichern, dass der Hut je nach Wachstum der Pflanze verstellbar ist.
Nach ein paar selbst hergestellten Prototypen und erfolgreicher Tomatenernte, begann Ines Kunz zu ermitteln, ob ihr Tomatenhut gar ein alter Hut ist und es ihn schon irgendwo auf der Welt gibt. Seit einigen Monaten weiß sie, dass ihr eine Weltneuheit gelungen ist. Die Anmeldung beim Deutschen Patentamt in München läuft. Der Hut wird in einer Thüringer Firma hergestellt.
Unter den skeptischen Blicken aller Familienangehörigen steckte Ines Kunz bisher viel Gespartes in ihre Erfindung: über 35 000 Euro. Nun hofft sie, dass der Hut ein Hit wird. Rund 500 Bestellungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz liegen bereits auf ihrem Tisch. Mit Einkäufern von Bau- und Gartenmärkten führt sie gerade intensive Gespräche. Bis man den ultimativen Hut dort kaufen kann, fünf Stück kosten rund 33 Euro, ordert man ihn einfach bei ihr selbst.
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