Musharraf wird der Extremisten im eigenen Land nicht Herr. Zwar hat die pakistanische Regierung nach eigenen Angaben „eine sehr bedeutende Rolle“ bei der Vereitelung der Anschläge auf Flugzeuge gespielt. Doch das konnte sie nur, weil Extremisten in Pakistan offenbar in die Pläne verwickelt waren. Die entscheidenden Hinweise wurden nach einem Bericht der Zeitung „The Nation“ aus drei am Dienstag in der Hafenstadt Karachi festgenommenen Verdächtigen „herausgepresst“ . Der britische „Guardian“ berichtete, nach den Festnahmen sei aus Pakistan der Befehl erteilt worden, die Anschlagserie zu beginnen.
Wie schon bei den Anschlägen in London vor gut einem Jahr sollen viele der nun festgenommenen terrorverdächtigen Briten pakistanischer Herkunft sein. Die Vorwürfe unter anderem der Nachbarn Indien und Afghanistan verstummen nicht, dass Muslime in Pakistan von Extremisten auf den Pfad des Terrorismus geführt oder in Terrorcamps für Anschläge geschult werden.
Der Regierung in Pakistan gelangen in den vergangenen Jahren zwar immer wieder spektakuläre Schläge gegen das Terrornetz Al Qaida. Doch der ganz große Coup blieb bislang aus.
Musharraf braucht die Unterstützung des Westens. Doch auch die USA scheinen zunehmend auf Distanz zu gehen. Bei seinem Besuch in Islamabad im März kanzelte US-Präsident George W. Bush seinen Alliierten regelrecht ab. Er sei gekommen, um zu sehen, ob Musharraf im Anti-Terror-Kampf noch so engagiert wie früher sei, sagte Bush.

Zum Thema Handschrift Al Qaidas
 US-Minister und Terrorexperten wie der Analyst Peter Bergen sehen in den in Großbritannien vereitelten Anschlagsplänen die Handschrift von Al Qaida. Heimatschutzminister Michael Chertoff und Justizminister Roberto Gonzales erkennen „zahlreiche Hinweise“ auf Al Qaida als Drahtzieher.