"Früher teilten Verheiratete nicht nur Tisch und Bett, sondern auch einen ganz besonderen Stuhl, den Hochzeitsstuhl", weiß die Designerin. Im Laufe ihres Studiums erfuhr sie, dass es besonders in Norddeutschland den Brauch gab, heiratsfähigen Mädchen als Aussteuer ein oder zwei Stühle mit in die Ehe zu geben. "Je nach Geldbeutel waren das meist gedrechselte Kunstwerke mit gesticktem Namenszug der Brautleute, dem Jahr der Vermählung, verziert mit Herzchen, Kronen, Blüten oder Ringen", erzählt Andrea Bork. "Wenn das Geld nicht reichte, verschenkte man wenigstens eine Husse." Seitdem Sitzmöbel vorwiegend maschinell hergestellt werden, geriet der Brauch in Vergessenheit. Das möchte die Leipzigerin ändern. Nachdem sie bereits mehrmals vor dem Was-schenke-ich-nur-zur-Hochzeit-Problem stand, erinnerte sie sich an die Tradition und fertigte für das befreundete Paar einen Stuhl. Der kam so gut an, dass sich Andrea Bork entschloss, Hochzeitsstuhl-Designerin zu werden. Nun kann man bei ihr den Stuhl fürs Leben in Auftrag geben. So wie der Schneider bei der Hochzeitsgarderobe, unterbreitet sie Vorschläge für Form, Farbe und Material. Doch im Gegensatz zur Kleidung, die nach der Hochzeit für immer im Schrank verschwindet, soll der Stuhl ein Dauer-Hingucker in der Wohnung sein. Deshalb entscheidet man sich meist für edle, vornehme und warme Stoffe. "Viele Kunden stellen das gute Stück als Ankleidestuhl ins Schlafzimmer, als Schmuckstück in die Diele oder als Besucherstuhl ins Wohnzimmer", zählt sie auf. Kontakt: www.hochzeitsstuhl.com