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Der sich mit Bankern auskennt

Richter Peter Noll hat mit hoch bezahlten Bankern schon reichlich Erfahrung. Zwei der größten Wirtschaftsprozesse in München hat der grüne Hobby-Politiker in den vergangenen Jahren geführt und dabei jede Menge Banker und Wirtschaftsbosse als Zeugen im Gerichtssaal erlebt. dpa/sm

Nun wird er den Prozess gegen einige der prominentesten Banker Deutschlands leiten: Vor seiner Strafkammer müssen sich ab heute der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, sowie seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer mit zwei weiteren Ex-Managern verantworten. Versuchter Prozessbetrug im Fall Kirch in einem besonders schweren Fall, lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Auf Noll und seine Kollegen kommt damit erneut ein XXL-Fall zu, in dem er die Vorwürfe der Anklage bis ins kleinste Detail prüfen muss. Erst im vergangenen Sommer beendete der Richter den Bestechungsprozess gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone mit einem Paukenschlag: Gegen die Rekordsumme von 100 Millionen Dollar wurde der Prozess eingestellt. Zuvor hatte Noll auch schon den Prozess gegen den ehemaligen Vorstand der Bayerischen Landesbank, Gerhard Gribkowsky, geführt und dabei tiefe Einblicke in die Welt des großen Geldes bekommen.

Noll selbst spielt immer wieder darauf an, dass er finanziell in einer anderen Welt lebt als die Banker, die er vor Gericht erlebt. Er sei nun mal ein einfacher Staatsdiener, sagte er im Prozess gegen Ecclestone.

Eine finanzielle Verbesserung steht auch ihm allerdings bevor: Seine Beförderung an das Oberlandesgericht ist bereits beschlossene Sache. Von EM.TV über Infineon bis zu Siemens hat der Jurist, der zur Robe lieber eine weiße Fliege statt der sonst üblichen Krawatte trägt, schon in etlichen Wirtschaftsprozessen mitgearbeitet. Bereits zu Beginn seiner Laufbahn 1989 als Staatsanwalt in München beschäftigte sich Noll mit Fällen von Groß- und Anlagebetrug. Nach einer Station in Chemnitz ist er seit 2004 Vorsitzender Richter der Wirtschaftsstrafkammer am Münchner Landgericht.

In seiner Freizeit engagiert sich der Vater von drei Kindern als Gemeinderat für die "Grüne Al ternative Liste" in seinem Wohnort Utting am Ammersee.