Am Reformationstag nun soll der Theologe aus Sachsen auch die Martin-Luther-Medaille erhalten. Als Würdigung für sein Engagement für den deutschen Protestantismus.

Geboren wurde der 69-Jährige in Dresden. Dass er die Schrecken des Krieges überlebte, wurde später für ihn zur Verpflichtung. Und so war es für ihn später folgerichtig, dass er keine Waffe in die Hand nahm. Die Staatssicherheit und sein Schuldirektor bearbeiteten den Jugendlichen monatelang. Vergeblich. Daraufhin durfte er nicht wie geplant Architektur studieren. Nach dem Theologie-Studium folgten Stationen als Bausoldat und als Arbeiter. Für Bretschneider „mein zweites Studium“. Als junger Pfarrer fing er 1969 in Wittgensdorf in Ost sachsen an, zehn Jahre später war er Landesjugendpfarrer und Ansprechpartner für junge Männer, die aus Überzeugung nicht in die Armee gehen wollten.

In dieser Zeit kam er auf die Idee, ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt und für Frieden zu setzen – mit einem Bibel-Zitat. So entstanden in großer Stückzahl Lesezeichen und später die Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“. Was folgte, war eine regelrechte Hetzjagd. Bretschneider wurde Wehrkraftzersetzung vorgeworfen. Die Wende, an der er maßgeblich mitwirkte, erlebte er vier Jahre später als „große Befreiung“. Auch nach seiner Verabschiedung in den Ruhestand vor vier Jahren engagiert sich der Kirchenmann unter anderem in einer Bürgerstiftung. Bretschneider wundert sich, mit welcher Vehemenz in Sachsen Landesregierung und Strafverfolger heute gegen jene Leute vorgehen, die mit friedlichen Sitzblockaden im Februar einen Neonazi-Aufmarsch verhindern wollten.

Die Laudatio am kommenden Montag in Eisenach wird Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) halten. Beide kennen sich von der evangelischen Synode.