Aufgrund des schwachen Abschneidens der FDP wird er sich aber vermutlich einen neuen Koalitionspartner suchen müssen. "Dieses Land braucht eine stabile Regierung", sagte er gestern nach seinem Wahlsieg - was nach großer Koalition klingt.
Sein Image als ruhiger und bedächtiger Politiker legte er auch im Wahlkampf nicht ab. Lautstarke Töne sind nicht seine Sache. Selbst in den eigenen Reihen gilt der Ministerpräsident deshalb manchem als nicht "bissig" genug. Erst wenige Wochen vor der Wahl hatte Böhmer den Ton gegenüber den SPD-Kontrahenten deutlich verschärft und vor dem rot-roten Schreckgespenst gewarnt - wohl vor allem, um die eigenen Anhänger für den Endspurt stärker zu mobilisieren.
Als Böhmer vor vier Jahren als Regierungschef antrat, hatte er nicht nur in der eigenen Partei einen recht schwachen Rückhalt. Auch sein Bekanntheitsgrad war gering. Seitdem hat sich der manchmal etwas knorrig wirkende CDU-Politiker Respekt und Anerkennung errungen und wird auch von der Opposition wegen seiner Ehrlichkeit und Sachlichkeit geschätzt. In den bundespolitischen Debatten verschaffte er sich durch seine manchmal unbequemen Äußerungen Gehör, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. So lobte Böhmer schon mal die Rentenbeschlüsse der früheren rot-grünen Bundesregierung, äußerte Kritik am Unionswahlkampf und stellte sich gegen Forderungen von Unionskollegen, den Atomausstieg zu überdenken.
Böhmer ist politischer Quereinsteiger. Bis zur Wende widmete sich der Sohn eines Landwirtes ausschließlich der Medizin. Der CDU-Landtagswahlkampf 2006 war ganz auf Böhmer zugeschnitten. Der 70-Jährige kokettierte sogar mit seinem Alter. "Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen", hieß es in einem CDU-Wahlslogan. Der zielte vor allem gegen SPD-Herausforderer Jens Bullerjahn, der im Vergleich zu Böhmer mit 43 Jahren ein Youngster ist - und wohl sein Juniorpartner in der neuen Regierung.